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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 9)

E. Lachenal, Vase, Gres 
 
Decor waren, so unzulänglich waren sie in 
der Technik. 
Bei Deck war er ja lediglich als De- 
corateur thätig gewesen und hatte in die 
Fabrication selbst keinerlei Einblick ge- 
wonnen; sogar die Herstellung des berühm- 
ten „Bleu de Deck", das damals in der 
ganzen Welt Furore machte, war ihm genau 
ebenso ein Geheimnis geblieben, wie den 
Fernstehendsten. S0 musste er sich alle die 
vielfältigen technischen und chemischen 
Kenntnisse, deren der moderne Keramiker 
bedarf, langsam und mühselig auf auto- 
didaktischem und empirischem Wege er- 
werben. Allmählich aber begann er doch, 
sich in Paris einen Namen zu machen durch 
allerhand schlicht und edel geformte Vasen, 
die mit graziösen Sträussen naturwahr dar- 
gestellter Blumen bemalt waren, durch 
putzige Spielereien in japanischem Charakter - fayencene I-Iängegefässe für 
Blumen, die die ostasiatischen Papierlampions zum Verwechseln imitirten - 
durch Zierschüsseln, die auf eigenthümlich schaumigem und flockigem Gold- 
grunde pikante Frauenköpfe in zartestem Colorite trugen. In den anregungs- 
vollen Kreis der Pariser Künstler 
und Kunstkenner aber ward er 
eingeführt, als er auf einem 
Wandteller in seiner keck hin- 
geworfenen Manier Sarah Bern- 
hardt porträtirte, mit der 
seither herzliche Freundschaft 
verbindet. 
Nunmehr begann Lachenal 
auf technischem Gebiete glän- 
zende Erfolge zu erringen; er 
fand eine Reihe von Farbtönen, 
die zu den schönsten Errungen- 
schaften der Keramik zählen, 
darunter ein prachtvolles Kobalt- 
blau, das sich von der hellsten bis 
zur dunkelsten Note nüancirt und 
den vielfach vor ihm fruchtlos 
angestrebten Vortheil der Farb- 
beständigkeit bei Dämmerlicht 
und künstlicher Beleuchtung 
ihn 
 
E. Lachenal, Kanne, Gres
	        

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