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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901/ Heft 10)

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Auf der Mathilden- 
höhe steht die Colonie. 
DieI-IäuserdieserKünst- 
lerimit ihrem Inhalt an 
Wohnungseinrichtung 
und Schmuck jeglicher 
Art, eine Gemäldegale- 
rie, ein gemeinsames Re- 
präsentations- und Fest- 
haus bilden nun die 
Ausstellung, die von 
den Anzeigen stolz „ein 
Document deutscher 
Kunst" genannt wird. 
Man merkt den unge- 
heueren Fortschritt in 
der Ausstellungstech- 
nik. Man begann be- 
kanntlich vor fünfzig 
Jahren in Weltausstel- 
lungen nach Völkern, 
und innerhalb dieser 
nach Industriezweigen 
zu gruppiren; dann war 
es der grosse Fortschritt 
der Pariser Weltaus- 
stellung des vorigen 
Jahres, dass nach Fach- 
gruppen gesondert wurde und erst innerhalb dieser die nationale und 
politische Scheidung vorgenommen wurde. Aber noch immer musste als 
unumgängliches Resultat die Häufung von Ausstellungsgegenständen ohne 
festen innerlichen Zusammenhang bleiben. Und die Wirkung auf den 
Beschauer, insbesondere auf den Laien, der durch die Ausstellung an neue 
Formen gewöhnt werden sollte, blieb unrein, verwirrend. Eine grosse 
Müdigkeit war das erste, oft das vorwiegende Resultat eines Ausstellungs- 
ganges. Das ist nun in Darmstadt anders. Keine Ausstellung kann so 
erzieherisch wirken wie diese. Vor allem gewinnt der Beschauer den 
wahrhaft künstlerischen Eindruck der Harmonie. Und dann wird ihm, 
da in jedem Hause das abgeschlossene Werk eines Mannes zu sehen 
ist, die Möglichkeit zu persönlichem Urtheil gegeben. Während für die 
Abwechslung und Individualität natürlich dadurch gesorgt ist, dass die 
verschiedenen Künstler in ihren Darbietungen fast durchwegs gegensätzliche 
Ziele verfolgen, ist die innerliche Einheitlichkeit dadurch hergestellt, dass 
jedes Haus nur eine künstlerische Hand verräth, von einem Manne bis ins 
Ausstellung der Künstlercolonie in Darmstadt, Haus Olbrich, 
Gzrtenfacaden
	        

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