MAK

Volltext: Monatszeitschrift IV (1901/ Heft 10)

Internationale Kunstausslellung zu Dresden, Kunstgewerblicher Elileraum von K. Gross, Dresden 
 
ausstreckend; nur die Gattin hat den Mann, der als erster aufrecht stehend 
hineingeht, bis an die düstere Pforte gebracht, und über die schwarze 
Schlucht hinüber, die das Leben vom Tode trennt, legt sie dem Geliebten 
die Hand auf die Schulter. Der ganze gewaltige Schmerz, der Bartholome 
beim Tode seiner geliebten Gattin packte, ist in diesen Gruppen verkörpert. 
Trost und Hoffnung sind angedeutet durch die untere Gruppe: der Engel 
des Friedens hat die Platte vom Grabe gehoben: da schlummern Mann und 
Frau und Kind der grossen Stunde der Auferstehung entgegen, eine tief 
ergreifende und erhebende Gruppe. So ist Bartholomes Grabmal Aux morts 
nach der seelischen Seite hin ein Meisterwerk ersten Ranges; aber auch 
formell ist es nicht minder gross und bedeutend: zu den Gruppen nackter 
Menschen, die von so gewaltigen Empfindungen bewegt werden, bildet die 
ganz schmucklose monumentale Architektur einen mächtig wirkenden 
Gegensatz und dabei ist auch Adolf Hildebrands ästhetische Forderung 
erfüllt, dass bei solchen Vereinigungen von Architektur und Plastik die 
Architektur als ein Theil der Reliefdarstellung wirken, das Ganze alsdann 
aber womöglich eine architektonische Umrahmung erhalten müsse. Diese 
fehlt in Paris, in Dresden ist sie da. Daher kommt es auch, dass der
	        

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