MAK

Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 11)

Bartes überraschend ausge- 
drückt hatte. Man verstand 
dieses Neue allerdings nicht, 
man sprach sogar von Ab- 
güssen über der Natur, man 
übersah aber dabei voll- 
ständig den ausgesprochenen 
Stil, die starke künstlerische 
Empfindung, welche dieses 
Werk wie alle übrigen Schöpf- 
ungen Carries aufwies. Denn 
nichts lag ihm ferner, als die 
Natur zu copiren. Die Natur 
war ihm nur Mittel, es zog 
ihn viel mehr zur Vereinfach- 
ung, zur Stilisirung, zum Aus- 
drucke des Empfundenen, des 
innerlich Erschauten, nicht 
aber zur Wirklichkeit. 
Inzwischen kehrte Carries 
nach Lyon zurück, um dort 
eine Büste der im Sterben 
liegenden Schwester Agnes 
herzustellen, ein Werk, das 
auf sein Gemüth tiefgehenden 
Einfluss gehabt hat. Mancher- 
lei andere Aufträge gingen 
ihm zu; mit 20 Jahren war er 
in Lyon ein wohlbekannter 
Kün5tler_ A115 jengf Zgit Ch. Ashbee, Klapptisch und Metallgeräthe 
stammt die Büste des in Rom 
ermordeten französischen Malers Eugen Allard, die er für die Witwe machte. 
Im Anschlusse daran fertigte er aus eigenem Antriebe ein wunderbares Werk: 
Allards Kopf unter dem Leichentuche, das er der Witwe schenkte. Carries 
musste sodann seinen Militärsdienst ableisten. Der Oberst seines Regiments 
Miquel de Riu war ein kunstbegeisterter Mann und gewährte dem Künstler, 
der übrigens mit allem Eifer seiner Soldatenpflicht oblag, jede mögliche 
Freiheit, so dass er während dieses Jahres auch künstlerisch thätig sein 
konnte. Damals machte Carries in Montauban auch seine ersten Versuche 
mit Terracotten. 
Mit 500 Franken in der Tasche kehrte er dann wieder nach Paris 
zurück, wo er in den nächsten zehn Jahren mit kurzen Unterbrechungen 
gewohnt und geschaffen hat. In den erstenJahren war die bittere Noth sein 
steter Gast. Sie hat ihn nicht abgehalten, unermüdlich zu schaffen, zu 
nur
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.