MAK

Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 12)

JJT 
MITTHEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTER- 
REICHISCHEN MUSEUM 50' 
SEINE MAJESTÄT  KAISER hat am 17. d. M. nachmittags um Vzx Uhr 
die Winterausstellung im Osterreichischen Museum besichtigt. Der Kaiser fuhr in 
Begleitung des Majors Freiherrn v. Apor beim I-Iauptportale vor und wurde vom Director 
Hofrath von Scala mit dem Vicedirector Regierungsrath Dr. Leisching, den Custoden 
Folnesics, Regierungsrath Ritter und Dr. Dreger, dem Custosadjuncten Dr. Schestag, 
Amanuensis Dr. v. Schönbach, Professor Hammel und Dr.Minkus ehrfurchtsvollst begrüsst. 
Der Rundgang wurde mit der Exposition Klinkosch begonnen. Der Kaiser sprach 
sich über die Ausstellung Klinkoschs sehr anerkennend aus und wendete sich dann den 
Objecten des Silberschmiedes A. Pollak in Prag und der Keramiker Riessner, Stell- 
macher und Kessler in Teplitz zu. Seine Majestät bemerkte, dass die Betheiligung der 
Industriestätten ausserhalb Wiens an der Ausstellung erfreulich sei. Der Vertreter der 
Firma Martin Gerlach und Cie. erklärte Seiner Majestät den Zweck der von dieser Firma 
exponirten Jugendbücher, für deren Herstellung eine Anzahl hervorragender Illustratoren 
thätig sei. Auch die vom Director Koch der Gablonzer Fachschule exponirten Schul- 
arbeiten erregten das Interesse des Kaisers, der sich beim Director der Schule über die 
Verhältnisse der Anstalt informirte. Im Saale VIII besichtigte Seine Majestät die grossen 
von Portois und Fix exponirten Theilräume eines Speise-, sowie eines Empfangsraumes, 
für das Dreher'sche Schloss in Schwechat bestimmt, und gab seiner Befriedigung über 
diese gelungene Leistung Ausdruck. Auch die Musikinstrumente Ehrbars belobte der 
Kaiser und wandte sich hierauf den Teppichen der Firma Haas und Söhne zu. Die von 
dieser Firma exponirten Knüpfteppiche sind diesmal vorwiegend nach Entwürfen von Otto 
Eckmann ausgeführt, die ein neues wertvolles Genre inauguriren. Der Kaiser hat sich über 
die Exposition dieser Erzeugnisse in anerkennender Weise ausgesprochen. 
Auch die Teppiche des Hauses j. Ginzkey, nach den Zeichnungen von Christiansen, 
sowie die Teppiche und Möbelstoffe nach Professor Moser von A. Backhausen und Söhne 
fanden die kaiserliche Anerkennung. Mit einer Reihe gelungener Bronzen hat sich die 
Kunsterzgiesserei Krupp an der Ausstellung betheiligt. Vasen, Studienköpfe, Statuetten, 
Beleuchtungskörper und anderes legen Zeugnis ab für die künstlerische Höhe, auf 
welcher die Krupp'schen Erzeugnisse stehen, die der Kaiser eingehender Besichtigung 
unterzog, worauf er dem anwesenden Leiter der Kunsterzgiesserei, Herrn Jurnitschek, 
seine besondere Anerkennung zollte. Namentlich gefielen dem Monarchen die Hubertus- 
Statuette von Rathausky und der weibliche Studienkopf von Lax. 
Im Säulenhofe wurden weiters die Interieurs von Julius und Josef Herrmann 
besichtigt. Der Kaiser nahm die von der Firma ausgestellten, von O. Prutscher ent- 
worfenen drei Interieurs in Augenschein: ein Herrenzimmer in Eichen, roth gebeizt 
und politirt mit Kupfer getriebenen Ornamenten, ein Theezimmer und einen Vorraum 
in Fichtenholz, in Blau abgetönt. Der Kaiser besichtigte alle drei Räume sehr eingehend 
und fand namentlich das Theezimmer sehr schön. Auch die Details der Ausführung und 
speciell die Mannigfaltigkeit der zur Verarbeitung gelangten Holzgattungen nahmen das 
Interesse Seiner Majestät in Anspruch. 
Sodann besichtigte der Kaiser die Interieurs von A. Pospischil (Architekt Franz 
Baron Kraus), die Möbel von H. Irmler und das Speisezimmer des Herrn A. Ungethüm. 
das er als „sehr modern" bezeichnete. 
Bei der Ausstellung der Firma Ernst Wahliss äusserte der Kaiser über die in der 
neuen Scharffeuer-Emailtechnik decorirten Porzellanvasen sein besonderes Wohlgefallen. 
Nach Besichtigung einer Anzahl von Terracotten der Firma Goldscheider begab 
sich Seine Majestät in das erste Stockwerk und begann den Rundgang mit dem Interieur 
der Firma S. Deutsch und Co. in Brünn, einem geschmackvollen Herrenzimmer, in
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.