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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 1)

Otto Prutscher, Herrenzimmer, Eiche, ausgeführt von Julius und Josef Herrmann 
heit Sheraton'sche oder Hepplewhitdsche Einzelzüge unterschieden wären. 
In diesem Sinne ist ohne Zweifel auch die jetzige Winterausstellung ein 
Fortschritt. Sie zeigt die Verallgemeinerung eines ehedem nur von Einzelnen 
erreichten Niveaus. Geschäftsfirmen, ja Fabriken denken und schaffen heute, 
wie vordem nur einzelne productive Köpfe dachten und schufen. 
Es ist gewiss bezeichnend, dass die meisten Firmen jetzt schon irgend 
ein Familienmitglied besitzen, das den künstlerischen Bildungsgang durch- 
gemacht hat und den höheren Forderungen des Zeitgeistes mehr oder weniger 
zu entsprechen weiss. Der mit Recht verrufene „TapeziererstiW ist zwar 
nicht todt, er wird ja nie sterben, denn er ist etwas Menschliches-A1lzu- 
menschliches, aber auch er hat wenigstens gelernt, sich zu geniren. Er darf 
sich die Sache nicht gar zu leicht machen und muss sich Intelligenz borgen, 
wenn er keine hat, ja selbst sein Massenproduct will eine respectirte 
Signatur aufzuweisen haben. Anderseits, da das Material heute eine der 
I-Iauptstimmen führt und die ihm genehmen Formen dictirt, kann in 
bestimmten Fällen der Materialmensch aus seinem Handwerk heraus zu 
einem gewissen künstlerischen Fortschritt gelangen. Das gebogene Holz ist 
ein trefflicher Beweis, wie das technische Verfahren auch den Stil fördern 
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