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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

 
Gothischer Tisch aus dem Cuhurhistoxischen und Kunstgewerbe-Museum in Graz 
Ein Rahmen, welcher die aus vergoldetem Silber hergestellte Widmungstafel enthält, 
und der durch zwei Thürchen verschliessbar ist, ruht auf einem sockelartigen Untertheile 
und wird von einem Aufsatze überragt. Der reich und fein gegliederte Aufbau ist aus Eben- 
holz und australischem Mahagoni. Reiche Silberbeschläge in feinster Treib- und Ver- 
schneidarbeit mit theilweiser Vergoldung beleben die I-Iolztheile. Die wiederkehrenden 
Hauptrnotive der Decoration bilden Myrthen und Ähren. 
Die Widmungstafel zeigt die geätzte Inschrift: „In glühender Liebe zu dem Aller- 
höchsten Kaiserhause begrüsst die Reichshaupt- und Residenzstadt Wien den heutigen 
Jubeltag Euerer kaiserlichen und königlichen Hoheiten mit aufrichtigster Freude und mit 
dem innigsten l-lerzenswunsche: Gottes unermessliche Gnade möge Euere kaiserliche und 
königliche l-Ioheiten noch lange walten lassen in Mitte der kaisertreuen Wiener, die des 
segensreichen Wirkens Euerer kaiserlichen und königlichen Hoheiten noch in den {ernsten 
Zeiten gedenken werden." 
Das Innere der Thürchen schmücken zwei von dem Professor an der Kunstgewerbe- 
schule des k. k. Österreichischen Museums Carl Karger entworfene und auf englischem 
Satinholz gemalte allegorische Darstellungen: „Wissenschaft und Kunst" und „Nächsten- 
liebe und Wohlthätigkeit"; darunter in getriebenem Silber als Attribute die Eule auf 
einem Buche und ein flammendes Herz von Strahlen umgeben. 
Das Äussere der Thürchen trägt die in Silber, theilweise vergoldet, ausgeführten 
Initialen des Erzherzoglichen jubelpaares: das „R" mit Lorbeer- und das "M" mit Rosen- 
zweigen durchzogen; ausserdem in cartoucheförmigen Umrahmungen die Daten 2x. Februar 
1852 und 2x. Februar 1902. 
Im Mittelfelde des Aufsatzes, den eine a jour gearbeitete Krone überragt, befindet 
sich das Erzherzogliche Wappen, umrahmt von einem Lorbeerkranze, während das ent- 
sprechende Mittelfeld des Untertheiles in einem Eichenlaubkranze den Adler der Stadt 
Wien zeigt. 
Die Kunsttischlerarbeit wurde von dem Hoftischler Franz Michel ausgeführt, die 
sämmtlichen Arbeiten in edlem Metalle von den Gold- und Silberschmieden Brüder Frank. 
die Schriftätzungen und Gravirungen von Johann Schwerdtner.
	        

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