MAK

Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

 
Bmnzeglocke aus China, altchinesische Form 
 
Bronzeglocke, Nordbuddhistische Form 
erwerben, welche auch vom Standpunkte des Kunstgewerbes aus Beachtung verdienen. 
Vor allem sind zu erwähnen zwei Bronzeglocken aus China, welche deutlich den 
Unterschied zwischen der altchinesischen und der der europäischen Glockenform ver- 
wandten nordbuddhistischen in China und der Mongolei darstellen. Das grössere Stück, 
an einem hölzernen Gestelle hängend, zeigt die alte chinesische Glockenform, welche keinen 
Klöppel kennt, sondern an der unteren Seitenwand geschlagen wird. Der nicht zusammen- 
hängende Mäander an der Basis des Feldes mit den Inschriften ist für die altchinesische 
Ornamentik charakteristisch. 
Den Gegensatz dazu bildet eine kleine Glocke mit hohem Griffe (zusammen 42515 
Centimeter hoch), deren Körper ganz unseren Ministrantenglocken gleicht und auch wie 
diese einen Hängeklöppel hat. Das Stück ist unzweifelhaft chinesische Arbeit, die Form 
des Glockenkörpers sowie das Anbringen eines Klöppels ebenso sicher eine Nachahmung 
nordbuddhistischer Glocken, da erstere ganz verschieden ist, während letzterer den alten 
chinesischen Glocken absolut fehlt. 
Wenn das zuerst beschriebene Stück auch nicht alt sein dürRe, sondern wahrscheinlich 
nur die Nachahmung einer alten Glocke darstellt, so zeigt es doch sehr gut den charakteri- 
stischen Typus einer solchen. Die zweite Glocke dagegen ist entschieden modernen 
Ursprungs und durch die Vermengung der unserer europäischen verwandten Form mit 
chinesischem Decor (am Griff) von lnteresse. Das letzte Stück ist ein Geschenk des dem 
Consulate in Shanghai zugetheilten l-Ionorarbeamten Franz Hostnig, während das erstere 
vom k. und k. Consul Julius Pisko gewidmet worden ist. 
Von den Erwerbungen des vorigen Jahres aus dem Gebiete des chinesischen Reiches 
ist noch zu nennen eine kleine sitzende Buddhaligur aus einer Bronzelegirung, zum Theile
	        

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