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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

 
Kopfschmuck der mandschurischen Frauen 
vergoldet. Das Stück stammt aus einer kleinen Pagode in der Nähe von Mukden in der Mand- 
schurei und ist ein Geschenk des österreichischen Staatsangehörigen A. Cattarinich in 
Shanghai. 
Endlich ist zu erwähnen ein aus sieben Stücken bestehender Kopfschmuck der mand- 
schurischen Frauen, der durch Vermittlung der Schwester Antoinette Gräfin Wagensperg 
erworben wurde. Er zeigt auf Metallgrundlage die bekannte Technik der aufgelegten 
Federn des Eisvogels, ferner kleine Perlen und verschiedene Steine. Dieselben bilden auf 
einem Wolkenhintergrunde verschiedene phantastische Thierfiguren; bei jedem Stücke ist 
das Hakenkreuz in der einen oder anderen Stellung (rechts- oder links drehend) vertreten. 
Der Decor zeichnet sich durch verschiedenartige brillante Nuancen von intensivstem 
Grün, Blau und Violett aus. 
Von anderen Erwerbungen, welche kunstgewerbliches Interesse bieten, ist einer 
kleinen Sammlung peruanischer Alterthümer zu gedenken, vom k. und k. Fregattenarzte 
Dr. ]. Krok bei Gelegenheit der Reise S. M. Schiff „Donau" in Callao für das Hofmuseum 
erworben. Dieselbe umfasst eine Anzahl jener Gegenstände, welche von den alten Küsten- 
bewohnern des Incareiches bekanntgeworden sind. Ausser den Thongefässen, welche Thier- 
und Menschenfiguren, Früchte u. s. w. darstellen, interessiren hier namentlich die Stoi-"freste. 
Nach den Beigaben zu urtheilen, welche die Gräber enthielten, hatte man es hier mit 
einem Volke zu thun, dem die Weberei genau bekannt war. Grosse Verbreitung hatte 
bei denselben die Gobelintechnik, welche hier offenbar autochthon war. Die Verzierungs- 
motive sind durchwegs dem Thierreiche entnommen; es wurden sonst nur noch Menschen- 
f-iguren in stilisirten Formen verwendet. Hiebei wechseln drei Farben (gelbbraun, gelb und 
roth) mit der hellen Farbe der Grundstoffe ab; die Figuren sind mit schwarzbrauner Wolle 
eingefasst. 
Von dem siamesischen Prinzen Damrog erhielt das Hofmuseum eine jener Bronze- 
trommeln zum Geschenke, wie sie in dieser Form ausschliesslich in Hinterindien vor- 
kommen und hier namentlich in Birma eines hohen Ansehens geniessen. Die Form dieses 
Typus ist zierlicher als jene der in den anderen Gebieten Süd-Ostasiens vorkommenden 
Typen; die Ornamente schon sehr stark stilisirt. Am Rande der Platte sind an vier 
Stellen kleine plastische Froschfiguren angebracht. 
 
Kopfschmuck der mandschurischen Frauen 

	        

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