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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 4)

 
Gustav Gurschner, Beleuchtungskörper, Bronze 
Maignans „Grüne Muse" (Ab- 
sinth), ein Pröbchen 
schwächlicher Symbolik im 
Stil der Weihnachtsnummern 
illustrierter Volksblätter. Die 
paar guten Bilder sind von 
Besnard („Das Bad", in 
knallendem Sornmergriin von 
Land und Wasser), Thierot 
(„Der Sommer", lauschige 
Abendstimmung an einem 
Waldteich, von gobelin- 
mässiger Schläfrigkeit), Le 
Sidaner (zarte, grauluftige 
Regen- und Dämmerstim- 
mungen in der Kleinstadt), 
Dauchez („Ben Nevis", ein 
Bergporträt von wuchtiger 
Simplizität) und Blanche 
(Kind vor dem Spiegel, in 
mehreren Stellungen, die 
bekannte Nachemplindung 
einer morschen Altmeister- 
lichkeit). Lords „Tagesau- 
bruch", ein blendendes Weib 
in schwarzer Kleidung, hat 
einen Zug schneidiger Sinn- 
lichkeit, Paul-Chabas „Auf dem Wasser" setzt zwei freche „garces" von der Banlieug in 
einen Kahn und lässt ihre Backtischreize von modernen Wasserreliexen überliimrnern, 
Luigi Loir malt einen Boulevard im Schnee und einen Courierzug in der Dämmerung 
mit immer gleicher äusserlicher Geläuligkeit, so lang 
und breit man es haben will. Auch bei den Amerikanern 
sieht man etliche verlöschende Sterne (Weeks und Brid- 
geman). Von der Weltausstellung sind Stewarts glasig- 
irisierende Nuditäten von echt Pariser Drechslerarbeit 
(Dianen und Nymphen im grünen Wald mit Sonnen- 
spritzern) hieher gelangt. Ein feiner moderner Meister 
ist J. I-Iumphreys Johnston. Die warme staubige 
Stubenluft eines südlichen Innenraumes, mit ziegel- 
rotem Boden und verblichenen Tünchen an den 
Wänden, das ist sein Element, das er ohne alles Auf- 
sehen, mit einer flüchtigen Sicherheit vor uns aus- 
breitet. Ein spanischer Knabe steht in einer öden Dorf- 
kirche, oder der Maler selbst in sommerlichem Atelier- 
Neglige, in dem er ganz transparent aussieht. Sehr 
fein ist ein Winterbildchen von Harry van der Weyden 
(aus Boston), ein Gärtchen im Schnee, von den letzten 
Strahlen der Wintersonne gestreift, still und prickelnd 
zugleich, dabei die Sauberkeit selbst (Boston ist die 
Stadt der gebildeten Sauberkeit). Die Technik ist die 
seines Lehrers Legros und der Akademie Julian. 
Dagegen kommt William J. Dannat, ein New-Yorker, 
 
Tischlampe, Eisen, entworfen und 
ausgeführt von Ignaz Nawraril
	        

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