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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 4)

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Stoffes wählen, man konnte endlich das Problem des modernen Kunstglases rein theore- 
tisch erfassen, für die einzelnen Techniken und Dekorationsweisen ideale Ziele a priori 
konstruieren und die modernen Erzeugnisse der Reihe nach an diesen Idealen messen. 
Von allen diesen Methoden hat aber der Verfasser keine gewählt, sondern es vorgezogen, 
in freier Diskussion Ausblicke nach den verschiedensten Seiten zu eröffnen, die ästhetischen 
 
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Lagerung griechischer Vasen im Brennofen 
Werte der verschiedenen Techniken in Erwägung zu ziehen, wie die Farbengebung, den Stil 
des geschliffenen und des geblasenen Hohlglases, die Emailmalerei, die Metallreflexe und 
den Glasschnitt, um sonach über diese und jene Länder und Fabriken einiges mitzuteilen. 
Das Werden der Gegenwart, das sich vor dem Auge des Zeitgenossen stets in mehr oder 
weniger verschwommener Unfassbarkeit vollzieht, in ebensolcher Hiessender, einer festen 
Umschreibung ausweichender Form zu schildern, entspricht dem unmittelbaren Eindruck, 
den wir vom Drängen und Treiben des Tages empfangen, und daher kann auch diese 
Art der Schilderung nicht als unangemessen bezeichnet werden. Der, dem es sich um 
rasche, gründliche Orientierung handelt, wie der, dem es ein geistiges Bedürfnis ist, auch 
die Erscheinungen des Tages auf der Linie eines durchgehenden, führenden Gedankens 
an sich vorbeiziehen zu lassen, wird allerdings nicht völlig zufriedengestellt sein. An 
Stelle eines Gedankens gibt Pazaurek viele und diese schauen nach den verschieden- 
sten Seiten aus und sind hauptsächlich didaktischer Natur. Auch seine Angriffe auf 
verschiedene moderne Erscheinungen verfolgen einen Erziehungszweck. Gleich anfangs 
polemisiert er, nicht ohne einen Anflug von Pedanterie, gegen Koepping, obwohl dessen 
reizvolle Phantasien über das Thema „Trinkglas" doch nirgends als kunstgewerbliche 
Vorbilder emstgenommen wurden. Ebenso scheint uns die spätere Polemik gegen 
Tiffany nicht gerechtfertigt. Das Schlagwort von der Materialgerechtigkeit, sowie der 
Semper'sche Standpunkt in dieser Frage sind doch schon längst und besonders in Riegls 
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