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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 5)

Gewerbe erscheint die 
Prinzessin auch auf 
unserem Bilde in den 
neben den abgeschräg- 
ten Ecken liegenden 
Segmenten, die leider 
stark gelitten haben. 
Hier obliegen Genien 
eben jenen Tätigkeiten, 
die durch die Fürstin 
so wirksame Förderung 
erfuhren. 
Wenige Bilder haben 
sich aus dem beginnen- 
den Mittelalter erhalten, 
die so in den Geist der 
Zeit einführen, aus der 
heraus sie entstanden 
sind. Man spürtnochden 
. , gewaltigen Hauch der 
Neues Testament (Suppl. gr. 52) Antike, und das, was 
wir Byzantinismus nen- 
nen, erfährt hier eine ungemein charakteristische Illustration. Die Eucharistia 
der Künste vollführt eine Proskynesis, die ganz dem byzantinischen Hof- 
zeremoniell entspricht; sie wagt es nicht, das im Auftrage der Prinzessin 
geschriebene Buch zu überreichen - damit ist, wieder ganz nach antiker 
Auffassung, ein geflügelter Genius betraut, der sich über der in einer für unsere 
Begriffe stark unästhetischen Lage befindlichen Eucharistia erhebt und das 
„Pothos tes philoktistou" (das von der baulustigen Herrin Gewünschte) in den 
Händen trägt. 
Ebenso wie die eben besprochene Handschrift zeichnet sich auch ein 
zweites, vielleicht noch dem VLJahrhundert angehöriges Exemplar des Dios- 
korides (Suppl. gr. 28) durch fein ausgeführte Pflanzenbilder aus. 
Wie nicht nur Nachklänge, sondern fast unmittelbare Kopien antiker 
Vorbilder noch in verhältnismässig späten Manuskripten anzutreffen sind, 
zeigt die mit zahlreichen, höchst interessanten Bildern ausgestattete Hand- 
schrift einer Sammlung medizinischer Schriften aus dem XIII. Jahrhundert 
(cod. 93). Das aus diesem Manuskripte reproduzierte Blatt führt eine Szene 
in antiker Auffassung vor: die Personifikation der Natur reicht dem Arzte 
ihre Gaben dar, während aus dem zu ihren Füssen dahinströmenden Flusse 
eine bartlose männliche Gestalt, auf einem Delphin ruhend, mit Dreizack 
und Ruder ausgestattet, auftaucht, eine Symbolisierung der Fluten - vielleicht 
auch mit Hinweis auf die Heilkraft des Wassers, dann also ein bildliches 
Emblem, von dem auch die heute so blühende Hydrotherapie Nutzen 

	        

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