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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 5)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophie, und der Buchstabe E die Initiale ihres gleich- 
falls bezeugten Namens Euphelia sei. Auch ein über- 
aus häufig wiederkehrendes Emblem, der Eisvogel, 
das Symbol der ehelichen Treue, soll für diese An- 
sicht sprechen. Abgesehen von dem Umstände, dass 
wiederholt zwei, drei, ja einmal auch fünf Bademäd- 
chen gleichzeitig um den König versammelt erschei- 
nen, lassen ganz schlichte Erwägungen, die hier nicht 
näher ausgeführt werden sollen, von einer Symboli- 
sierung der Königin durch das Bademädchen absehen 
und das Urbild, wenn man will, die Urbilder der 
Nymphen in anderen Regionen suchen. Auch so bleibt 
die Decoration einer heiligen Schrift durch die ange- 
deuteten Embleme, zu denen noch der auf jedem 
Blatte erscheinende Liebesknoten zu zählen ist, 
originell genug. Unvergessen bleibe, dass als gleich- 
falls ständige Embleme der Randarabesken neben 
dem erwähnten Eisvogel langbärtige, in phan- 
tastischen Kostümen auftretende wilde Männer 
(häufig als Schildfiguren), Tiermenschen, phan- 
tastische Tiere, Greife, Drachen, auch Löwen, 
Affen, Vögel etc. auftreten. Ebensowenig darf der 
Hinweis darauf fehlen, dass auch die übrigen Wenzel- 
handschriften einen guten Teil der angedeuteten 
ungemein charakteristischen Motive in der Rand- 
omamentation zeigen, so der Ptolemaeus (cod. 2271), 
aus dem ein reich miniierter Rahmen hier reproduziert 
wird. 
Mit dem Ausblick auf diese wechselvollen heite- 
ren Gebilde der böhmischen Miniaturhandschriften 
im letzten jahrhunderte des Mittelalters dürfen wir 
Wenzelsbibel (cod. 2759-2764)
	        

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