MAK

Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 5)

 
Hans Schwathe, Tanzende Mädchen 
Eigenartiges hervorgeht. Eine solche Forderung setzt allerdings viel voraus. 
Sie bedeutet nichts Geringeres, als dass der Künstler im Begriffe stehe, sich 
zu einer eigenen Weltanschauung durchzuringen, dass er in gewissem Sinne 
Philosoph und Dichter sei. 
Er muss mitten drinnen stehen im Kampfe der Geister, und was die 
Besten seiner Nation im Inneren aufwühlt, darf auch ihm nicht fremd sein. 
Ohne seine Zeit zu begreifen, wird er nie imstande sein, ihren Ideen in 
seinen Werken Ausdruck zu geben. Darin gipfelt aber das Wesen der 
monumentalen Plastik. 
Was moderne Monu- 
mental-Kunst ist, zeigt 
uns ein Bartholome, 
ein Jef Lambeaux, ein 
Rodin, Meunier oder 
Max Klinger. Gewiss 
kann man nicht von' 
jedem verlangen mit 
diesen Grossen in Wett- 
bewerb zu treten. Da 
sie uns aber einmal die 
Binde von den Augen 
genommen, können wir 
uns nicht mehr beschei- 
den. Wir können es 
nicht und sollen es 
auch nicht. Die kon- 
 
Hans Schwalbe, Entwurf für ein Mozart-Denkmal
	        

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