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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 6 und 7)

Werke gibt es in Frankreich 
niemand, der sich an tiefem 
Erfassen antiken Geistes mit 
einem Petrarca hätte messen 
können. Das sieht man am 
deutlichsten an den Über- 
setzern. Weder Pierre Ber- 
cuire noch Nicole Oresme, 
weder Raoul de Presles 
noch Jean de Courtecuisse 
oder Laurent de Premierfait 
waren wirkliche Humani- 
sten. Alte Geschichten und 
Übersetzungen wurden nicht 
zu literarischen und wissen- 
schaftlichen Zwecken ge- 
schrieben, sondern „um die 
Jugend zu stärken", „pour 
le proufit et utilite du 
roiaume et de toute crestien- 
te", wie Raoul de Presles 
einmal sagt. So haben denn 
namentlich die Übersetzer 
nicht eb en durch allzu grosses 
Verständnis der Originaltexte 
gesündigt, wenn auch die 
Fälle immer seltener wurden, 
die man bei dem Kompilator 
der„FaisdesRomains"beob- 
achten konnte, der die Vestalinnen mit nonnes oder abbesses identifizierte 
und der die Bekleidung Caesars mit der Würde eines pontifex maximus 
schlechthin mit zwei Worten erzählte: „fu evesques". 
Es ist, als ob der Miniator der Handschriften 2577 und 2578 für die 
eben gekennzeichnete Tatsache hätte eine Illustration liefern wollen. Die 
beiden Manuskripte enthalten die Geschichte der bereits von Jacques de 
Longuyon zu Beginn des XIV. Jahrhunderts in seinem „Veus du paon" 
zum erstenmal erwähnten „dreimal drei Tapferen", eine Geschichte, die 
sich in der Folgezeit grosser Beliebtheit erfreute und hier, wie aus den 
einleitenden Worten hervorgeht, von Sebastian Mamerot im Auftrage des 
Louis de Lava], Seigneur de Chätillon en Vendelois im Jahre 1463 bearbeitet 
wurde. Die beiden Bände sind „escrips par moy Robert Briart du dyoceze 
de Bayeux en la Cite' de Troyes en Champaigne en lan rnil CCCC soixante et 
douze". Die neun Helden: Hektor, Alexander, Caesar, Josua, David, Judas 
Makkabaeus, Artus, Karl der Grosse und Gottfried von Bouillon - die Namen 
Honulus animae (cod. 1706]
	        

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