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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 6 und 7)

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Landgräfin im Schosse vor 
ihrem strengen Ehegernahl 
verborgen hielt, in Blumen 
erinnern wollte, ist eine 
offene Frage." 
Die auf dem letzten 
der hier gebotenen Bilder 
dargestellte Katharina reiht 
sich den Meisterleistungen 
unseres Künstlers würdig an, 
ja Waagen urteilt," dieses 
Bild sei „wohl das gelungen- 
ste" des Buches. Man wird 
diesem Gelehrten beistim- 
men, wenn er die edle und 
schöne Jungfräulichkeit des 
I-Ieiligenbildes rühmt, was 
er aber von „der heiteren 
Wirkung des Landschaft- 
lichen" sagt, beruht wohl 
auf einer Verwechslung. 
Richtig ist, dass sich von der 
hellen Architektur des Hin- 
tergrundes die vor der Stadt- 
mauer liegende Wiese wirk- 
sam abhebt. 
In den Randornamen- 
ten, denen hier noch ein 
Wort gewidmet sei, haben 
beide Meister, A wie B, 
Gebetbuch (cod. 2730) 
höchst Beachtenswertes geleistet. Die drei vorgelegten Textumrahmungen 
geben nur einen schwachen Begriff von den unendlich vielen Variationen, 
in denen hier Blumen- und Strauchmotive, Vögel, Schmetterlinge u. s. w. 
erscheinen. 
Durch pastoses Auftragen ist reliefartige Wirkung erzielt worden; auch 
die Schattengebung ist, wie auf den Reproduktionen klar ersichtlich ist, 
sorgsam beobachtet. All dies vereinigt sich, um Waagens Urteil: „die 
künstlerische Ausstattung, welche zu den reichsten und prachtvollsten 
gehört, die mir vorgekommen, ist dieser Fürstin (Margarete) auch voll- 
kommen würdig" zu rechtfertigen. 
4' Vgl. auch das von A. Riegl, Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsfoxschung VIII, 
442 f. übe: das Bild auf Blatt zzöb des (noch in der italienischen Abteilung zu bzsprechenden) angevinischen 
Gebetbuchs, cod. xgzx, Bemerkte.
	        

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