MAK

Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 8 und 9)

 
Ausstellung in Turin, Brustgeschmeide. entworfen von Philipp Wolfers, ausgeführt von Wolfers 
Fräres, Brüssel 
gelöst hat, versteht sich bei seiner Treffsicherheit in solchen Dingen von 
selbst; auch ist nicht zu leugnen, dass das gesamte Mobiliar der drei 
Räume tadellos komponiert ist, dass alles fein durchdacht ist und doch den 
Eindruck des spontan, mit einem Wurf Geschaffenen macht. Trotzdem liegt 
ein eigentümlicher Zug von Unwohnlichkeit, von Fremdartigkeit in den 
Räumen, den man sich angesichts der zahlreichen praktischen Vorzüge, der 
ungekünstelten, ehrlichen Sprache, die das Ganze spricht, gar nicht recht 
erklären kann. Olbrich ist eine so stark ausgeprägte Individualität, dass er 
ganz ungesucht allem, was er schafft, seine persönliche Marke aufdrückt, 
dass man ihm innerlich verwandt sein müsste, um seine Arbeiten richtig zu 
bewerten. Der Maler und der Bildhauer freilich können fordern, dass man sich 
durch Vertiefung in ihre Werke auf ihren seelischen Standpunkt stelle, dass man 
in ihnen aufgehe; das Kunstgewerbe aber dürfte denn doch wohl seinen 
Zweck nicht so recht erfüllen, wenn es permanent eine derartige Selbst- 
Verleugnung seitens des Geniessenden erheischt, wenn es immer in erster 
Linie ein Dokument genialer Eigenheit des Schaffenden bleibt. 
Zu ähnlichem Gesamturteil könnten die Eindrücke zusammengefasst 
werden, die man in der schottischen Sektion empfängt. Die Richtung, die da
	        

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