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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 8 und 9)

oescmcxt naoen, sind m inrer xsigenart 3a 
sattsam bekannt. Die drei grossen Räume, 
die ihnen das Komitee zugewiesen hat, 
bieten in ihrer gähnenden Leere einen 
ziemlich trübseligen Anblick. Da und dort 
ziert die einheitlich weisse Wand ein 
Panneau mit langgezogenem Linienorna- 
ment, in dem man bei aufmerksamer 
Betrachtung eine stilisierte Frauengestalt 
erkennen kann. An langen Schnüren hängen 
von der Decke elektrische Birnen und aller- 
hand bunte Glaskugeln herab. Stühle mit 
_ ganz niederen Sitzen und ungeheuer hohen 
Ausstellung in Turin, Teebüchße. Gold, Lehnen, schlichte Tischchen, auf denen 
"o" K'A"d"so"'s"'ckholm in Vasen merkwürdige, aus Draht und 
Leinwandfieckchen gebildete „stilisierte" 
Blumensträusse stehen, einfache Truhen und Kästen, in die manchmal 
feine Federzeichnungen eingelassen sind, sind zu interieurartigen Gruppen 
vereinigt. Man kann sich gar keinen grösseren Gegensatz vorstellen, 
als den zwischen der schottischen und der benachbarten italienischen 
Abteilung herrschenden; dort allenthalben schwulstiges Überwuchern des 
Dekorativen - hier puritanische Einfachheit; dort unausgesetzte Kon- 
zessionen gegenüber dem derberen Geschmack der breiten Schichten - 
hier bescheiden-selbstzufriedene Insichgekehrtheit der schaffenden Künstler; 
dort geleckteste Glätte des Technischen, die alle Schwierigkeit der Herstel- 
lung wegtäuschen möchte - hier naivste handwerkliche Primitivität, die 
jedem Ding den Anschein gibt, als sei es von der ungelenksten Hand mit den 
derbsten Werkzeugen gefügt worden. Das Gefälligste in der schottischen 
Abteilung sind, abgesehen von vielen sehr interessanten Zeichnungen, die 
Stickereien, die im Ornament und namentlich in den Farbenzusammenstel- 
lungen überaus fein sind; nur staunt man über die unglaublichen Preise, die 
da gefordert werden: das Kunstgewerbe anderer Länder könnte sich derartige 
Exorbitanzen nicht erlauben! 
Die englische Sektion, von Walter Crane organisiert, von I-larrison 
Townsend in vornehm-einfachem Charakter installiert, hat gewiss für das 
italienische Kunstgewerbe eminent erziehlichen Wert; für internationale 
Interessentenkreise aber ist sie denn doch ein bisschen zu einseitig und zu 
klein, um von dem Glanz des englischen Kunstgewerbes auch nur einen 
annähernden Begriff zu geben; namentlich wir Wiener, die wir einen grossen 
Teil der Objekte aus der Walter Crane-Ausstellung des Österreichischen 
Museums kennen und die wir die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit der 
 
	        

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