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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 8 und 9)

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Kleinkunst, die sich dem 
Buchs chmuck widmete, 
massgebend waren. _ 
Es kann bei dem 
unleugbaren EinHuss, 
den die byzantinische 
Kunst auf die früh- 
mittelalterliche italieni- 
sche geübt hat, nicht 
wundernehmen, dass 
auch die Miniatur- 
malerei von demselben 
berührt wurde. Proben 
byzantinischen Ein- 
flusses auf die italieni- 
sche Buchmalerei sind 
gar häufig. In dem 
aus dem XII. Jahr- 
hundert stammenden 
lateinischen Evangeliar 
der Ambrosiana C. 53 
sup. linden sich Evan- 
gelistenbilder, die hier 
zu reproduzieren über- 
flüssig wäre, da sie 
fast vollkommen den 
bereits in der ersten 
Abteilung aus cod. 
TheoLgr. I5411I1d Suppl. 
gr. 50 abgebildeten ent- 
sprechen. Die Nachwirkung solcher Kunstform lässt sich ziemlich weit 
herab verfolgen; so zeigt, um ein genau datiertes Stück anzuführemdieMatril-xel 
der Spadari aus dem Jahre 1285 im Staatsarchiv zu Bologna die Schutzpatrone 
der Genossenschaft (die Heiligen Petrus, Paulus, Dominikus und Franziskus) 
in byzantinischem Stil dargestellt. Aber wie in dem eben erwähnten Evangeliar 
der Ambrosiana, so auch in manchen anderen Handschriften jener Zeit - 
zum Beispiel in dem Marcianus Ms. lat. fondo antico Nr. 24 aus dem XI. bis 
XII. Jahrhundert, Gregors Moralia enthaltend - linden sich bei den Aus- 
läufen der Initialbucbstaben schon Ansätze zu jenem Band- und Flechtwerk, 
das in der Initial- und Randzier auf italienischem Boden so grosse Bedeutung 
gewinnen sollte. 
Der aus einer lateinischen Bibel des XII. Jahrhunderts (Hofbibliothek, 
cod. 1167) hier reproduzierte Anfangsbuchstabe F bietet hiefür eine treffliche 
Probe. Betrachtet man ausserdem noch die Zerlegung des Schaftes in einzelne 
Canonesbogen aus einer Bibel (cod. x 168) 
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