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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 8 und 9)

bewogen, und heute, wo 
der kaum Dreissigjährige 
auf der Höhe des Ruhmes 
angelangt ist, verschmäht 
er derartige illegitime Mit- 
tel, um von sich sprechen 
zu machen, und arbeitet 
sich zu einem würdigen 
Stil durch. Vielleicht hat 
sein selten rascher Erfolg 
die Mittel gerechtfertigt, 
welche ihm zur Anerken- 
nung halfen. 
Die Vergleichung zwei- 
er seiner bedeutendsten 
Gemälde wird hier viel- 
leicht am besten geeignet 
sein, Byam Shaws Vor- 
züge und Schwächen und 
die Verschiedenheit seiner 
Malmethoden zu erklären. 
Es sind dies die beiden 
Bilder „Wohin?" und 
„Amor der Sieger". Beide 
waren in der Royal Aca- 
demy ausgestellt („Wo- 
hin?" im Jahre 1896 und „Amor der Sieger" im Jahre 189g) und erregten ein 
ungeheueres Aufsehen. 
Zur Erklärung von „Wohin?" wollen wir den Künstler selbst sprechen 
lassen: Ein Jüngling und eine Maid werden von drei Figuren 4 Geburt, Reife 
und Tod - durch das Meer des Lebens gezogen. Letztere erhebt sich aus 
dem Wasser, um den Lebensfaden abzuschneiden, welcher in einer von 
Geburt gehaltenen Muschelschale beginnt und die Figur der Liebe am Schiffs- 
schnabel umwindet. Die Liebe hält eine herzförmige Lampe, welche das Paar 
auf seiner Fahrt beleuchtet. Die Wellen des Lebensmeeres bilden Blasen, in 
welchen man Szenen aus der Vergangenheit und Zukunft der Hauptfiguren in 
dem Drama ersehen kann. In der einen weist der Vater des Mannes seinem 
Sohne den Weg, während ihn die Mutter ermutigt, vorwärts zu schreiten. In 
einer andern tritt der Knabe die Reise an; der Vater stösst das Boot ab, die 
Mutter gibt ihm einen Abschiedskuss. In einer andern Blase zeigt der Lieb- 
haber der Geliebten den Pfeil, der sein Herz durchbohrt, während die Liebe 
das Paar mit rosigen Flügeln überschattet. In der nächsten besteigt der Mann 
den Pegasus, um Lorbeeren zu ernten, welche er der Geliebten zu Füssen 
legen kann, während sie ihm das Schwert umgürtet. In einer andern Blase 
Byam Shaw, „Die Herzkönigin"
	        

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