MAK

Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 10)

während die keramischen Fabriken in 
Schrarnberg, Wallersfangen und Sept- 
fontaines in Zierschränken ihre Erzeug- 
nisse vorführen, darunter treffliche Teller 
in päte douce; auch eine Glashütte, in 
Wadgassen, gehört zu diesem umfassenden 
Betriebe, von deren Arbeiten vor allem 
Vasen und Schalen aus gefärbtem und 
farbig überfangenem Krystallglas inter- 
essieren, der Überfang ist bei derHerstellung 
dem Muster entsprechend durch Asphalt- 
umdruck und Asphalthandmalerei gedeckt 
und der Fond mittelst Fluorwasserstoff- 
säure bis zur Grundfärbung herausgeätzt. 
Was das Steinzeug betrifft, so hält Mett- 
lach an dem unglasierten, mattglänzenden 
Steinzeug fest, die Dekoration der Objekte, 
farbige Ornamente und Bilder, wie auch 
relieFlerte Auflagen, geschieht durch Fär- 
bung in der Masse.Villeroy 8c Boch gehören 
jedenfalls zu den strebsamsten und inter- 
essantesten Keramikern, ihre Leistungen, 
vor allem die technischen, verdienen rück- 
haltlose Anerkennung. 
Zu den anziehendsten Ausstellungs- 
gruppen gehört die Abteilung der ange- 
wandten Kunst; alles überragend aber an Schönheit und Reichtum, voll 
künstlerischer Reize, belehrend und erhebend zugleich ist die historische 
Ausstellung, die das Grossartigste und Erhabenste ist, was man je in dieser 
Art zu sehen bekam. In der ersteren gibt es nicht lauter reine Freuden, 
Enttäuschung und manchmal auch Widerwille mischt sich mit Anerkennung. 
Hier ist es nicht van der Velde, der sich einen eigenen Raum bereitet hat, 
welcher allgemeines Interesse erregte, sondern die Österreicher sind es, 
Sezession, Hagenbund, Absolventen der Wiener Kunstgewerbeschule; wenn 
sie auch manchen fremd anmuteten und auch Tadel erfuhren, Eindruck haben 
sie auf alle Besucher gemacht und niemand mochte leugnen, dass sie diese 
Gruppe und damit die ganze kunstgewerbliche Abteilung gehoben, sehens- 
wert und lehrreich gemacht haben. 
Der van der Velde'sche Raum ist in Anordnung und Aufstellungsweise 
eine gute Aufmachung eines modernen Museums, aber wie die Formen der 
an den Wänden umlaufenden Vitrinen und Gestelle den dazwischen und davor- 
liegenden Sitzmöbeln folgen, ist doch für unser Empfinden allzu fremdartig. 
Alles, was den Raum füllt und ziert, ist wie diese Möbel und Behälter von 
Veldes Geist und Hand, Beiträge zum neuen Stil, Schmuck, Silbergeräte, 
 
Ausstellung in Düsseldorf, Kasten von H. Koch, 
Haus H. Stroucken-Krefeld
	        

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