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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 11 und 12)

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Wohnhaus Hohe Warte 3x 
 
sich mit der Kriegsgruppe von Rodin messen kann, mit einem Werke, welches, 
nebenbei gesagt, mehr auf grosse, monumentale Behandlung hindeutet und 
kaum sichfür einekleineStatuette eignet; da ist auch nichts, was an Bewegungs- 
ausdruck die „Serpentintänzerin" von H. L. Levasseur übertrifft, ein 
Figürchen in wirbelnder Bewegung von solcher Schnelligkeit, dass die 
Härte der Konturen verschwindet und die Flächen ineinander schmelzen, 
aber da ist Tiefe der Empfindung, Reinheit der Formen, und vor allen Dingen 
Geschmack und Geschick in der Anwendung und Kombinierung der ver- 
schiedenartigsten Materialien, in dieser einzigen Form von Polychromie bei 
Skulptur, welche ästhetisch verteidigt werden kann und vom modernen 
Geschmack sogar gefordert wird. 
Die zuckerartige Weisse des Carara-Marmors genügt heute nicht mehr 
zum Ausdruck dessen, was uns der Bildhauer zu sagen hat. Sie muss 
modifiziert und abgetönt werden, und dies ist umsomehr bei Statuetten nötig, 
welche zur Zierde des Innenraumes dienen sollen, da auf sie Luft und 
Feuchtigkeit nicht mildernd wirken, wie bei in freier Luft aufgestellten 
monumentalen Werken. Und hier ist ein Anknüpfungspunkt zwischen Gold- 
schrniedarbeit und Bildhauerei im engeren Sinne hergestellt; hier ist dem 
Künstler Gelegenheit geboten, in geschmackvollen Zusammenstellungen ver- 
schiedenartigster Materialien der rein formellen Schönheit seines Sujets den 
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