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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 11 und 12)

 
Aus dem Salzburger Fnchkune, Abgeleitete Blütenform der "jungfer im Grünen" in Beziehung auf plastische 
Verwertung. Studie von A. Bayer 
heiten der Bauefschen Möbel und Anderes mehr geben viel Anregung. Dieses Element 
findet in der Ausstellung grossen Anklang. Bewunderung erregt, wie jedesmal in diesen 
letzten Jahren, Rudolf von Alt. Alle vier Wände seines Zimmers sind mit seinen Bildern 
behangen, aus älterer und neuerer Zeit; von x829 (!) bis xgoz (H). jenes frühe Datum 
zeigt ein kleiner Niederblick auf Salzburg, in haarfeinen Linien und wasserdünnen 
Färbungen. Und im Sommer 1892, vor und nach seinem neunzigsten Geburtstag, hat er 
in Goisern diesen prächtigen Apfelbaum gemalt, den er bis in das letzte Fältchen seiner 
moosigen Rinde ergründet, und auch jenes grosse Blatt mit dem Ramsauergebirge im 
Hintergrunde. Merkwürdig genug übrigens, dass es Hauptblätter seiner letzten Jahre gibt, 
wie den Stefansplatz von x8g8, die noch nicht verkauft sind. Dieses Blatt, mit seiner 
ernsten historischen Haltung und festbegründeten Vortragsweise, würde genügen, einen 
anderen Maler berühmt zu machen. Eines der Meisterblätter aus früherer Zeit ist die 
grosse Aquarellskizze der Enthüllung des Erzherzog Karl-Denkmals (1860). Mit Büchtigster 
Hand ist da die ganze glänzende Militärparade frisch aus dem Augenblick herausgegriffen 
und nach allen ihren malerischen Werten andeutungsweise gekennzeichnet. Im runden 
Mittelsaal hängen die 29 Gemälde des Grafen Leopold Kalckreuth. Gemälde jeder Art: vom 
häuslichen Interieur, mit Bildnissen von Weib und Kind bis zur Freiluft zu Lande und zur 
See. Das eigentlich Verbindende, wenn man sich rasch in diesem Kreise umsieht, ist doch 
mehr die kräftige Handschrift, als die malerische Persönlichkeit, die bei diesem Künstler 
vielerlei äusseren Einliüssen unterliegt. In seinen Anfängen auf Millets Spuren, geriet 
er dann in die nahe Nachbarschaft Uhdes, Whistlers, Blanches und noch Anderer. 
Bei dieser grossen Eindrucksfahigkeit ist es eigentlich zu verwundern, dass sich in ihm doch 
alles in einer gewissen kalckreuthschen Weise verarbeitet. vortrefflich sind zwei grosse
	        

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