MAK

Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 11 und 12)

 
Aus dem Salzburger Fachkurse. Dekorative Studie einer Heuschrecke, von J. Schonenhaml 
Aquarellskizzen für Kirchenwände (Schatzkammer am Wavel, Kirche in Pockl), in 
denen er gleichfalls die reichsten, brennendsten Töne anschlägt. Von Malczewski, dem 
Maler der berühmten „Etappeß ist ein „Frühlingslied" allermodernster Art zu sehen, von 
Falat ein drastisches Eisenbahnbild mit weissen Rauchphantomen, die über die bunte 
Erde hinkugeln. Von Stanislawski nachdenkliche Landschaften, von Axentowicz trauernde 
Mädchenseelen, von Wyczolkowski kühn pointierte Porträts, von dem jungen Konstantin 
Laszczka allerlei kleine Plastik von erkennbar eigenem Zug. Im Leibl-Zimmer hat man eine 
Anzahl Prachtstücke des verstorbenen Meisters vereinigt. Darunter jene unvergleichliche 
Rückenstudie eines bäuerlichen Frauenzimmers, mit jedem Stich am Mieder und jedem 
Fältchen an der blauen Schürze. Das hätte sich Holbein vermutlich von ihm schenken lassen. 
Dazu dann lebensgrosse Porträts und Mädchenstudien in seiner breiter hinwischenden und 
' dennoch so scharf in den Linien sitzenden Weise. Es fehlt uns an Raum und Zeit, jedem 
Pinselstrich nachzugehen, aber es wäre ein Vergnügen. Schliesslich sei der mannigfaltigen 
guten Plastik gedacht, die sich unter die Bilder und Kunstgewerbesachen mischt. Von 
Bartholome, Saint-Marceaux, Dampt (auch eine Holz -Elfenbeingruppe von feinem 
Reiz), Gardet (der bekannte Onyx-Kakadu), von Gosen (I-Ieine-Statuette), Wrba (kräftig 
wimmelndes Relief) u. s. w. Sehr gern sieht das Publikum die mancherlei Schmucksachen 
von Ashbee (so an nordischenBauemschmuck gemahnend). Simpson (so in der Mackenzie- 
weise), Boutet de Monvel (so in der Boutet de lVlonvePschen Weise) und noch anderen 
Parisern. Ohne Schmuck würde heutigentags eine Ausstellung garzu - schmucklos aussehen. 
HAGENBÜND. Mit einer sehr hübschen Ausstellung hat der „Hagen" sich für den 
Vorwinter eingestellt. Mit einer gemütlichen sogar. denn es weht etwas wie häus- 
liche Luft durch seine Räume. Josef Urban hat sie im Sinne des Altwien von heute ein- 
gerichtet und man begreift, dass in dem niedlichen Oktogon, das sich auf der Düssel- 
dorfer Ausstellung so gut gemacht hat, aquarellierte Federzeichnungen Walter Hampels 
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