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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 11 und 12)

A. Toft, Der Geist der Betrachtung 
 
Notwendigkeit der Inspira- 
tion, der Leidenschaft und 
derSinnlichkeit bei der Skulp- 
tur, zu sprechen, sowie über 
die hier so vorherrschende 
berechnende Kaltblütigkeit 
des englischen Bildhauers, 
der seine Kunst meistens 
nur als Milchkuh benützt. So 
gross war die Entrüstung 
über diese Bemerkungen, 
dass man mir kaum erlauben 
wollte, zu Ende zu sprechen. 
Aber nach langer Debatte 
und zahlreichen Beispielen 
wurde mir fast einstimmig 
Recht gegeben. 
Es ist vielleicht hier am 
Platze, eines der Beispiele 
zu erwähnen, welches den 
Unterschied zwischen dem englischen und französischen Geiste am besten 
zeigt. Als Rodin seinen Balzac 
fertig gestellt hatte und das 
Comitee seine Unzufrieden- 
heit ä und sein Unverständnis 
zu erkennen gab, wies er den 
Leuten sozusagen die Türe, 
verdeckte sein herrliches Werk 
und weigerte sich lange Zeit, 
es der Öffentlichkeit preiszu- 
geben. Das ist der wahre 
Künstlergeist! Als von Alfred 
Gilbert die Fontaine für Picca- 
dilly Circus bestellt wurde, fand 
man in seinem Atelier einen Ent- 
wurf für ein Taufbecken, sehr 
hübsch, aber für ein Monument 
auf einem öffentlichen Platze 
absolut ungeeignet. Da es jedoch 
dem Spender des Brunnens gefiel, 
ward es von Gilbert für den un- 
geeigneten Zweck adaptiert, 
und so findet man heute zur 
ewigen Schande eines wirklich 
 
john Goscombe. Spielender Knabe
	        

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