MAK

Full text: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 2 und 3)

Diesem Prinzipe der Formengebung entspricht das Prinzip der farbigen 
Bemalung: unten sind die Gefässe unbemalt geblieben und zeigen den 
schönen weissen Ton des glasierten Porzellans. Die Bemalung in den 
weichen Tönen der Unterglasurfarben beginnt erst ungefähr in der Mitte 
der Gefässe und wird nach oben zu intensiver und leuchtender. Pflanzen 
und Fische im Wasser geben die Motive der Bemalung. Schmuz-Baudiss 
hat auch versucht, in leicht hingehauchten Farben landschaftliche Motive 
auf die Wölbung seiner Gefässe zu malen, die in duftigen Tönen in das 
Weiss des Porzellans übergehen. 
Diese ersten Proben des Künstlers aus seiner neuen Tätigkeit an der 
Berliner Porzellanmanufaktur lassen erwarten, dass es ihm gelingen wird, 
die Erzeugnisse des alten bewährten Kunstinstitutes um neue Formen und 
um neue Dekors glücklich zu bereichern. 
Die von dem Maler Alfred Mohrbutter entworfenen und von Fräulein 
P. A. Winker und dem Kaufhaus Hermann Gerson ausgeführten Reform- 
kostüme lassen, so hübsch ihre Farbenzusammenstellungen sind, doch 
erkennen, dass eine entwicklungsfähige Form für eine gesundheitszuträg- 
liche und ästhetische Umgestaltung der Frauenkleidung im ganzen noch 
nicht gefunden ist. 
Aus dem hier Gesagten und aus den abgebildeten Stücken lässt sich, 
glaube ich, erkennen, dass die Ausstellung viel Gutes, in frischem Geiste 
Geschaffenes enthielt, und dass der Berliner Verein für deutsches Kunst- 
gewerbe mit Genugtuung auf seine erste öffentliche Ausstellung zurück- 
blicken darf. 
 
 
Ausstellung des Vereins für deutsches Kunstgewerbe in Berlin, Purzzllangeläss: 
von Theo Schrnuz-Baudiss
	        
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