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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 2 und 3)

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tassen und die Teller ein 
Reichtum von Farben 
und Dekoration ge- 
gossen, die deren ent- 
zückenden Reiz zu 
einem stets neuen und 
bewundernswerten 
machen. Das Reliefgold 
in allen Phasen seiner 
reichen Ornamentik, die 
zarten Fondfarben, das 
leuchtende Bleu royal 
und die mannigfach 
variierten Lustretöne, 
alles dies an Stücken 
aus den Achtziger- und 
Neunziger-Jahren des 
XVIII. und demBeginne 
des XIX. Jahrhunderts, 
waren in brillanten 
Exemplaren vertreten, 
- _ Keramische Ausstellung in Reichenberg. Meissner Teller mit Goldspitzen, 
d_aneben die mythplo Herolcfschen Malereien und Imäridekor. Marke Merkurslab (Herr von 
gischen und antiken Lanna in Prag) 
Szenen, die Wiener An- 
sichten und die Porträtmedaillons (Tasse mit Kaiser Josef II., Museum 
Prag; zwei Tassen mit London-Porträts, Herr von Lanna). 
Dr. Pazaurek, der sich seit längerer Zeit mit den Überdekorateuren auf 
Porzellan aus der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts beschäftigte und 
durch seine gediegene Publikation über Bottengruber im 2. Bande des Jahr- 
buches des Breslauer Kunstgewerbemuseums dieses dunkle Gebiet 
erleuchtete, hat auch in der Reichenberger Ausstellung eine Reihe von 
interessanten einschlägigen Stücken gebracht, aus der ich nur eine hier 
abgebildete Altwiener Porzellanschüssel herausgreife, die eine in violettem 
Camaieu ausgeführte bacchische Szene trägt und sich als die Arbeit eines 
wohl in Breslau tätigen Künstlers erweist, von dem bisher nur ein Stück 
(im Breslauer Museum) bekannt war. Die wertvolle Schüssel ist unterdessen 
dem Reichenberger Museum durch einen Gönner geschenkt worden. 
Die Abteilung des Meissner Porzellans wies manches wertvolle Stück 
auf, so einen wundervollen Teller mit dem Merkurstab als Marke (Lanna), 
der in reicher Goldspitzenornamentik fein ausgeführte Herold'sche Wasser- 
landschaften mit Staffage trägt, daneben noch den bunten Imari- 
blumendekor. 
Aus der späteren Zeit sei eine vorzügliche Tasse mit dem bunten 
Bisquitporträt Marcolinis (Sammlung Lanna) erwähnt. 

	        

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