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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 2 und 3)

Auch die übrigen Porzellanmanu- 
fakturen waren würdig vertreten, doch 
begnüge ich mich hier mit Stichproben: 
Gute Nymphenburger und Höch- 
ster Figuren, (eine vorzüglich mo- 
dellierte und zart getönte Höchster 
Figur des Troppauer Museums; wohl 
von Melchior), Berliner Schüsseln mit 
dem Liechtensteidschen Wappen in 
Relief, drei Stücke aus dem grossen 
prachtvollen, buntbemalten, plasti- 
schen Capo di Monte-Service (Fürst 
Liechtenstein) und endlich ein exquisit 
feiner Teller von Oude Losdrecht 
(zirka 1780, mit der Marke Mol, aus 
Keramische Ausstellung in Reichenberg, Losdrechter dem Besitze des Herrn von Lanna): 
Porzellanteller mit bunter Malerei, Reliefgoldme- der im Fond eine Zechende hol- 
daillons und blau-goldenen Rondornarnenten (Herr „ . 
von Lanna in mag) landische Bauerngesellschaft vor 
einem Wirtshaus trägt, während der 
Rand drei ovale buntgemalte Viehstücke und drei runde Medaillons mit 
antiken Philosophenköpfen in Reliefgold zwischen blau-goldenem Bandel- 
werk zeigt. 
Ostasien war durch chinesische Porzellane des Fürsten Liechtenstein und 
japanische Glasurkeramiken aus dem Hamburger, Teplitzer und Troppauer 
Museum, denen sich einige Stücke aus meinem Besitze beigesellten, 
repräsentiert. Der Fürst Liechtenstein und Herr von Lanna sandten 
türkische Fayencen und spanisch-maurische Schüsseln. ' 
An der Spitze der vorzüglich vertretenen italienischen Majoliken stand 
eine glasierte tiefe runde Schüssel des XV. Jahrhunderts aus dem Besitze 
des Fürsten Liechtenstein, die früher als persische galt und wirres Ranken- 
werk in der Art des Dekors von Castelfiorentino in schwärzlichem Kobalt- 
blau trägt. Der Boden zeigt einen Zweig mit drei Granatäpfeln auf aus- 
gespartem Grunde, der genau dem Kontur des Zweiges folgt, wie dies bei 
so vielen frühitalienischen Majoliken der Fall ist. 
Das Kölner Steinzeug aus dem Anfange des XVI. Jahrhunderts ver- 
anschaulichte der bekannte Krug aus dem dortigen Museum mit dem 
Stammbaum Mariae; auch die übrigen rheinischen Steinzeuge waren alle in 
zum Teile hervorragenden Beispielen vertreten. Ich erwähne einen ausser- 
ordentlich scharfen Raerener Krug aus dem Jahre 1590 von Jan Emens 
mit der Bauernhochzeit nach Beham; auf dem Halse steht der Töpfername 
Jan Allers (Dr. Figdor), eine sehr merkwürdige Schnelle des Herrn Miller 
von Aichholz in Wien mit spätgotischen Tierdarstellungen unter stilisierten 
Bäumen, eine spätmittelalterliche Gurtflasche mit stilisirten Tieren im 
Walde in Sgraffito (Fürst Liechtenstein), ferner ein weissglasierter Krug 

	        

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