MAK

Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 4)

und im ersten Jahre 
seines Aufenthaltes 
in Florenz, doch 
zeigt ein Vergleich 
der beiden Bilder, 
wie sehr innerhalb 
der kurzen Zeit 
Peruginos Einfluss 
in den Hinter- 
grund gedrängt 
ward, um einem 
persönlicheren 
Stile Platz zu 
machen. Das Altar- 
stück bestand ur- 
sprünglich aus dem 
Hauptbilde, einer 
Lünette und einer 
Predella von fünf 
Feldern. Letztere, 
welche kaum von 
des Meisters Hand 
stammen, sind in 
mehreren engli- 
schenPrivatsamm- 
lungen verstreut, 
während die 
Lünette sehr durch 
j. L. Flyge, Kopenhagen, lichtes Kalbleder mit farbigen Einlagen Restaurierung ge- 
litten hat. So ist 
zum Beispiel der 
Himmel mit schwerem, undurchsichtigem Blau übermalt, was umso auf- 
fälliger ist, als der Hintergrund des Hauptbildes den vollen Reiz der 
zarten, durchsichtigen Atmosphäre des Meisters hat. Es ist heute Mode, 
besonders in England, in Raphaels Werken Fehler zu finden, und die 
Colonna-Madonna ist diesem Schicksal nicht entgangen. Nichtsdestoweniger 
hat Pierpont Morgan in diesem Bilde einen Schatz erworben, der, vom kunst- 
historischen Interesse ganz abgesehen, an reiner Schönheit und tiefer 
Farbenpracht nicht leicht seinesgleichen findet. 
Von allen den Kunstwerken der Morgan-Sammlung hat wohl keines 
mehr Aufsehen erregt, als Gainsboroughs Duchess of Devonshire. Das Bild 
ward vor Jahren von dem Kunsthändler Agnew zu einem zu jener Zeit sen- 
sationellen Preise gekauft und in seiner Galerie in Bond Street untergebracht, 
von wo es in mysteriöser Weise gestohlen wurde. Auf welche Weise der
	        

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