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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 5)

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schon nur so nebenher, von 
Fall zu Fall, lediglich im 
Detail, nicht mehr im ge- 
schlossenen Ganzen betrie- 
ben wird, völlig verdrängt 
hat und ganze Schüler- 
generationen ohne werk- 
mässige Kenntnis dessen, 
was die Vergangenheit ge- 
leistet, aufgewachsen sind. 
Kunstgeschichte und theore- 
tische Stillehre können diese 
Lücken höchstens durch ein 
Wissen, nimmermehr durch 
ein Können höherer Art aus- 
füllen. 
Um so intensiver wird, 
zunächst bei Herdtle, nun im 
modernen Stile gearbeitet, 
mit grossem Eifer, viel 
Phantasie, wechselndem, 
aber zum Teile Sehr beach" Ausstellung der Wiener Kunstgewerbeschule, Steckkamm in Email 
tenswgrtem Erfolge Man und Edelsteinen, entworfen von Anloinette Krasnik, ausgeführt von 
Sieht, dass Herdtle Seine Sies in Wien, Moser-Schule 
Schüler nicht hindert, Ideen 
zu haben, aber ein so gewiegter erfahrener Pädagoge wie er dringt auf 
Schritt und Tritt darauf, dass die jungen Leute sich mit Phantasien nicht 
zufrieden geben, sondern sie logisch durchdenken. So entwerfen sie Möbel, 
Interieurs und ganze Häuser; als sehr geschickt erweist sich Lang, der 
einige Villen, dann Vitrinen und eine moderne Küche komponiert hat, und 
Dimmel, der, ein guter Aquarellist, ebenfalls eine Villa und mehrere Innen- 
räume gebracht hat, dann I-Iruschka, von dem wir tüchtig konstruierte Salon- 
möbel sahen; auch Vogel und Müller sind ernste tüchtige Talente, Czajkowski 
vornehmlich in der Durchbildung kirchlicher Geräte geschult und 
erfinderisch. 
In der Schule Beyers scheint bezüglich des Studiums historischer Archi- 
tektur derselbe Zustand zu herrschen wie bei Herdtle. Wohl wird hier noch 
zwecks Einführung in das, was früher mustergiltig war, die Dekomposition 
von Vorbildern gepflegt, aber doch eigentlich nur als Farbenstudie, was 
immerhin auch seinen Wert hat. Der Schwerpunkt des Unterrichtes bei Pro- 
fessor Beyer liegt auf der Textilkunst, es wird für Tapeten, gewebte und 
gedruckte Stoffe und für Stickereien komponiert, immer im Hinblick auf 
technische Ausführbarkeit. Hier können nur solche Schüler arbeiten und 
Aufnahme finden, die aus der Praxis kommen, sie müssen mit allem 
 
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