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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 5)

 
Fächer mit Malerei (Galeriefächer): Elfenbeingestell, geschnitzt, Deutsch, XVXII. jahrh. (Frau Luise Giegl) 
sämtliche Figuren in Gold, während das Grün der Landschaft einen Fond 
von grün getonter Perlmutter bildet. (Dieses Färben der Perlmutter ist von 
einem gewissen Meyer und von Dumont-Brasseaux in Andeville zu hoher 
Vollendung gebracht worden.) Einer der Cumberlandschen Fächer, 
Louis XVI, ist ein Wunderwerk von Gestelldekoration. Die Stäbe sind 
lauter leicht relieiierte Hermenpilaster mit Medaillonbildnissen, minutiös 
geschnitzt, graviert, vergoldet und mit Perlen besetzt; das Blatt enthält eine 
musikalische Szene. Mitunter illuminiert man die Schnitzerei blos in Farben 
unter Lack, vom richtigen Millefieursgeschmack (Baronin Bülow-Wend- 
hausen). Mit der Zeit stellen sich auch die kleinen Scherze der Fächergestelle 
ein. Eines, im Besitz des spanischen Botschafters, hat geschlossen die Form 
einer mit Blumenguirlanden umwundenen Säule, an der ein Körbchen 
hängt. Ein anderes (Gräfin Zichy-Metternich) enthält nicht nur einen der 
üblichen Gucker (Lorgnette), sondern auch ein Thermometer. Die Chinoi- 
serie stellt sich ein, europäische Szenen nehmen eine chinesische Tournüre 
an (Landgräl-in Therese Fürstenberg), die Laubsäge kommt in Rage und 
filigraniert das Elfenbein so mikroskopisch, dass es nachgerade wie ein 
Spitzenfächer aussieht. Ein durchbrochener Elfenbeinfächer der Gross- 
herzogin von Toscana, mit zierlichen Gguralen Szenen auf solchem elfen- 
beinernen Spitzenfond ist das letzte Wort in dieser Richtung. Sehr interes- 
sant war eine Anzahl von Porträtfächern, wie sie namentlich später zu 
royalistischer Demonstration beliebt wurden. In der Suite des spanischen 
Botschafters sah man sehr hervorragende Exemplare. Ein solcher Fächer 
zeigte an den Aussenstäben die Bildnisse von Ludwig XVI und Marie 
Antoinette, auf den Innenstäben die des Grafen und der Gräfin von Artois
	        

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