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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 5)

 
Fächer mit Malerei: „Herkules und Dejanira". Elfenbeingeslell, geschnitzt, mit Golddekor, zweite Hälfte des 
XVIII. jahrhunderts (Gräfin Szichänyi-Herberstein) 
Die technische Seite der Uhr interessiert manchen Wiener Sammler aus- 
nehmend. Man lese die Novelle „Lotti die Uhrmacher-in" unserer Ebner- 
Eschenbach, wo die fachmännische Schilderung der seltenen Uhrwerke 
mehrere Druckbogen ausmacht. Eine so uhrmacherisch geschriebene Novelle 
kann natürlich nur von einer passionierten Sammlerin verfasst sein. In der 
Tat ist die Sammlung der Baronin ganz hervorragend. Man sieht sie auch im 
I-Iintergrunde ihres hübschen Interieur- Porträts von Julius Schmid in einem 
Wandschranke schimmern. Auf der Ausstellung war sie leider nicht ver- 
treten. Auch die bedeutende Uhrensammlung des Herrn Alexander Scharf 
fehlte. Recht lehrreich war die Sammlung des Herrn Karl Forster, die 
Exemplare von 1700 bis 1830 enthielt. Man sah da unter anderem Wiener 
Spindeluhren, mit Emailbildchen auf der Platte des Klobens, eine Taschen- 
uhr auf Pendelgang, auch im Liegen gehend, eine Uhr mit der Gravierung 
eines Luftballons (sie erinnerte an die allgegenwärtigen Luftballonfächer der 
Montgoliier-Zeit), eine altwiener sogenannte Aposteluhr mit zwölf Miniatur- 
porträts. Ein sehr schöner Breguet zeigte auf der Vorderseite vier Email- 
schildchen, zum Teil mit figürlichen Darstellungen, dasWerk hatte ein eigenes 
rundes Türlein, worauf eine Rokokodame in Email dargestellt war, das 
durchbrochene und ziselierte Zifferblatt zeigte einen Kreis von zwölf winzigen 
Porträtmedaillons und derDeckel das Emailbild eines Generals. Zwei prächtige 
Porträtuhren hatten ein eminent österreichisches Interesse. Die eine, mit 
dem Emailbildnis des Erzherzogs Karl, war ein Geschenk desselben, nach 
dem Tage von Aspern, an den Grafen Würben. Die andere ein Geschenk 
des Kaisers Franz Joseph an den Feldmarschall Grafen Radetzky, mit dessen
	        

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