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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

Durch diese Richtung 
in Tafts Kunst wird auch 
seine verschiedenartige 
Tätigkeit erklärt. Er ist 
nicht nur selbstschaffender 
Künstler, sondern ein 
Lehrer, man könnte sagen 
ein Apostel der Kunst in 
unserem noch sehr der 
Durchdringung mit Kunst- 
gefühl bedürftigen Lande. 
Nach eifrigem Universitäts- 
studium in Illinois U. S. 
wandte er sich im ]ahre 
1880 nach Paris, um auf 
der „Ecole des Beaux Arts" 
seine Ausbildung als Bild- 
hauer zu suchen, denn Ver- 
suche im Modellieren hatte 
er bereits während seiner 
hiesigen Studienjahre, an- 
geregt durch die Repara- 
turen, die ein auswärtiger 
Bildhauer an der Uni- 
versität vomahm, gemacht. 
Nach Amerika zurück- 
gekehrt, begann er neben 
seiner künstlerischen Tätig- 
keit auchVorträge zu halten, 
umeinintelligenteslnteresse 
an der Kunst zu fördern. 
Bald wurde er Professor am Chicagoer „Art Institute", wo er praktisch und 
theoretisch lehrend tätig ist. Aber seine Vorträge führen ihn zeitweise an 
die Universitäten und Kunstvereinigungen des ganzen Landes. Auch eine 
Geschichte der Skulptur, die nächstes Jahr erscheinen soll, beschäftigt 
Taft momentan. Auf der Chicagoer Weltausstellung haben auch zwei 
dekorative Gruppen von ideenreichem Inhalt: „Der Schlaf und das Er- 
wachen der Blumen", die Hortikulturhalle schmückend, Tafts Eigenart 
dokumentiert. Seine Gruppe „Verzweiflung" reiht sich würdig den anderen 
eigenartigen Arbeiten an. Im Porträt arbeitet Taft ebenfalls vor allem auf 
seelischen Ausdruck hin. 
Um nun zu Daniel C. French zurückzukehren, so sei bemerkt, dass er 
neben St. Gaudens heute an der Spitze der amerikanischen Bildhauer steht 
und niemand mehr und bedeutsamere Aufträge für den Schmuck öffentlicher 
Karl Bitter, Grabdenkmal für john Hubbard
	        

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