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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

Der Zahn der Zeit hat die 
' Pracht des Kolorites unberührt 
gelassen. Für einen Fächer aus 
dem XVII. oder XVIII. Jahr- 
hundert ist dieses Stück ganz 
aussergewöhnlich gross, da das 
Format gewöhnlich zwischen 
20 und 27 Zentimeter war. Der 
übertrieben grosse Fächer war 
ein Produkt des XIX. Jahr- 
hunderts. Vom ästhetischen 
sowohl als auch vom prak- 
tischen Standpunkte aus em- 
piiehlt sich kaum seine Wieder- 
aufnahme. 
ImAnfang des XVIILJahr- 
hunderts waren kleine Fächer 
in Mode, ungefähr 28 Zenti- 
meter im Durchschnitt, und 
 
Tisch, mit vergoldeten Bronzeverzierungen und eingelegter 
Mammplaue manche davon waren durch- 
wegs aus Elfenbein und voll- 
ständig mit Figürchen in der Vernis Martin- 
Methode bemalt. Gegen das Ende des 
XVIII. Jahrhunderts hatte der Fächer die Höhe 
seiner Bedeutung als Zutat zur Frauentoilette 
erreicht. Nicht nur waren die Gemälde von 
den hervorragendsten Künstlern der Epoche 
signiert, auch die Gestelle hatten einen bis 
dahin unerhörten Omamentenluxus entwickelt. 
Die Elfenbein- oder Perlmutterstäbe wurden 
prachtvoll geschnitzt und häufig mit Gold und 
Edelsteinen besetzt. 
Das Material für den Grund der Malerei 
war meistens Vellum oder Papier und in sehr 
seltenen Fällen Seide; die Durchschnittsgrösse 
war, wie bereits erwähnt, 28 Zentimeter. Und 
dies ist auch die Durchschnittsgrösse von Con- 
ders Fächern, welche ein Echo des damals vor- 
herrschendenPrunkessind,unddenenvonrechts- 
wegen ein entsprechender Rahmen gebührt. 
Ein altes französisches Sonett enthält die 
Zeilen: 
„Eviter de la femme et le charme etFempire, 
 
, _ y _ , _ Nachtkäslchen, Mahagoni, poliert, 
C est vouloxr renoncer ä l air qu on respire." m1, Bronzebescmägen
	        

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