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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

zu; 
Und Charles Con- 
der wiederholt diese 
Worte in der Form- 
und Farbensprache, der 
ausdrucksvollsten viel- 
leicht aller Sprachen! 
Conder kam aus 
Australien nach Paris, 
wo er seinen Kunst- 
studien nachging. Hätte 
er in der guten alten 
Zeit gelebt, S0 wäre er 
wohl ein Hofmaler ge- 
worden und sein Atelier 
wäre eine der Ver- 
sammlungsstätten von 
Schönheit, Witz und 
Lebewelt seiner Zeit 
gewesen. Mais nous 
avons change tout cela, 
und die Künstler, welche 
ihre Gaben ausschliess- 
lich dem Ziele widmeten, 
eine gewisse Kaste der 
Gesellschaft unsterblich 
zu machen. gehören 
einer ausgestorbenen 
Gattung an! Die Demo- 
kratie der gegenwärti- 
gen Zeit bedarf ihrer 
nicht. 
In Österreich und 
Russland hängt man 
noch an den alten Tra- 
ditionen, und das Hof- 
leben, obgleich es viel 
Hängekasten. Mahagoni, poliert, mit Bronzebeschlägen 
von seinem einstigen Glanze verloren hat, ist auch heute noch eine Institution, 
die einer kaiserlichen Dynastie würdig ist. Auf der gegenwärtigen inter- 
nationalen Ausstellung in Budapest sind drei von Conders Fächern zu sehen, 
und wir hoffen, dass binnen kurzem eine Spezialausstellung der Conder'schen 
Arbeiten in Wien stattfinden wird. Eine derartige Ausstellung würde unzweifel- 
haft grosse Anziehungskraft ausüben, besonders auf den wählerischeren Teil 
der Wiener Kunstliebhaber. Es ist heute an zwölf Jahre, seit Conder, während 
eines Aufenthalts in Algiers, zuerst seinen eigentümlichen Stil dekorativer 
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