MAK

Full text: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

Bändern, die einzelne goti- 
sche Motive, wie z. B. das 
gotische Fischblasenoma- 
ment bilden. 
Die Armlehnen sind 
manchmal in einer ganz 
eigentümlichen Art in 
spitzem Winkel gegen die 
Stütze umbrochen; die Füsse 
ganz gerade und viereckig 
mit chinesischem Mäander- 
ornamente. 
Die von Chippendale 
verfertigten „Settees" sind 
aneinandergefügte Sessel 
oder Fauteuils für mehrere 
Personen, von denen jede 
eine eigene Lehne zur Ver- 
fügung hat. Auf alle Formen 
des Möbels erstreckt sich 
die Tätigkeit Chippendales. 
Er selbst fügt dem Titel 
seines Werkes hinzu: „die 
elegantestenundnützlichsten 
Zeichnungen für Wohnungs- 
ameublement im gotischen, 
chinesischen und modernen 
Geschmacke". Der moderne 
Geschmack war das aus . 
dem Französischen entstan- Sekretär, Mahagoni, poliert, mit Bronzebeschlägen 
dene englische Rokoko, das 
oft die bizarrsten und unkonstruktivsten Formen aufweist, wie wir aus 
Chippendales Publikation ersehen können. Der starke chinesische Einfluss 
erzeugte die Asymmetrie in der dekorativen Kunst ganz Europas, den 
Rokokostil. Noch niemals war man in der Kunstentwicklung des Westens 
von dem Prinzipe der Symmetrie abgegangen, bis durch die Kenntnis der 
chinesischen Kunst die gesamte dekorative Kunst umgestaltet und zu einer 
asymmetrischen gemacht wurde. 
Wie stark diese ostasiatischen Formen gang und gäbe waren, zeigen 
einzelne Entwürfe für Fauteuils bei Chippendale, der bei dem Entwurfe den 
einen Fuss im Rokokostile, den anderen im chinesischen Stile macht, zur 
freien Auswahl für den Käufer. 
Aber auch der gotische Stil wird, wie oben erwähnt wurde, bei Chippen- 
dale sehr häufig verwendet, er hat sich durch die ]ahrhunderte hindurch
	        
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