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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 6 und 7)

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Schreibtisch, Mahagoni, polierx, mit Ahorn eingelegt und mix Bronzebeschlägen 
 
ästhetischen Prinzipe der Innendekoration beruhenden Empirestile folgt der 
Biedermeierstil als ein Nutzstil, der im engen Zusammenhange mit den 
kulturellen und praktischen Bedürfnissen der Menschen steht. Aber nicht nur 
das Kunstgewerbe, sondern auch die ganze Kultur Deutschlands zeigt überall 
Spuren des englischen Einflusses, und es sei mir im folgenden gestattet, 
den engen Rahmen zu durchbrechen und auch andere Gebiete in Betracht 
zu ziehen, die uns für die Beleuchtung der Sache wichtig erscheinen. Vor 
allem sind es die Modejournale dieser Zeit, die uns Auskunft darüber geben, 
welche Formen sowohl im Kunstgewerbe als in der Mode als die neuesten 
galten. Dass aber Deutschland auf allen Gebieten des Kunstgewerbes, vor 
allem auf dem des Möbels im letzten Viertel des XVIII. Jahrhunderts mit 
England in engster Beziehung steht, und zwar in der Weise, dass England 
der Lehrer, Deutschland der Lernende ist, das darzulegen sollen die folgen- 
den Auseinandersetzungen bezwecken. Custos Folnesics hat schon im letzten 
Winter in zwei Vorlesungen über den Zusammenhang der künstlerischen 
Formen bei Sheraton und seinen Genossen und den Möbelformen des 
Biedermeierstiles gesprochen. Es soll nun auch gezeigt werden, in wie über- 
raschend kurzer Zeit in den letzten zwanzig Jahren des XVIII. Jahrhunderts 
in Deutschland die englischen Möbelformen Eingang fanden, kaum dass 
sie in England allgemein und publiziert waren. 
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