MAK

Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 8 und 9)

bisher. Sie werden fördernd wirken, beweisen sie doch, welch vomehmer 
Schmuck des Innenraumes durch künstlerische Behandlung des Porzellans 
gewonnen werden kann, wenn strenge Selbstzucht, ernstes künstlerisches 
Wollen durch technische und materielle Hilfsmittel in kluger Weise 
gefördert werden. 
Sie zeigen die schönen Resultate, welche erzielt werden können, wenn 
künstlerische Ideen sich auf einem Boden entwickeln, auf dem eine fort- 
geschrittene Technik die Schwierigkeiten der Ausführung sehr hoch- 
gespannter Forderungen überwinden gelernt hat und die Freiheit der Ent- 
faltung nicht durch traditionelle Bedenken oder den Mangel an materieller 
Hilfe gehemmt wird. Nur dort kann eine solche Stufe der Vollkommenheit 
erreicht werden, wie sie das Bing'sche Porzellan repräsentiert, wo das Gute 
dem Besseren bereitwillig Platz macht und wo die vorhandenen Kräfte aufs 
höchste angespannt und aufs vollkommenste zur Geltung gebracht werden. 
KERAMISCHER WANDSCHMUCK UND DE- 
KORIERTE MOBEL VON W. J. NEATBY 50' 
VON P. G. KONODY-LONDON St. 
N Frascatis Restaurant H einst der Rendez- 
vous-Platz der Modewelt Londons, aber heute 
längst von moderneren und luxuriöseren 
Lokalen überholt - ist im ersten Stocke ein 
merkwürdig konstruierter, unregelmässiger 
Raum, der als Versammlungsort und Bankett- 
saal mehrerer Freimaurerlogen benützt wird 
und eigens für diesen Zweck reserviert ist. An 
einem Ende des Saales, nicht in der Mitte, ist 
die Decke kuppelförrnig ausgebaucht. Die 
Wände sind durch Pilaster in Felder von ver- 
schiedener Grösse geteilt, die nach oben ihren Abschluss in Flachbogen 
finden, während sie ungefähr zwei Meter vom Boden durch einen um den 
ganzen Raum gezogenen Holzstreifen auch unten von der flachen Mauer 
getrennt sind. 
Die Hohltiäche der Kuppel und die Wände sind mit farbenglühenden 
Freskomalereien, allegorischen und symbolischen Anspielungen auf das 
Freimaurertum versehen. So zeigt die Kuppel, den vier Weltrichtungen 
entsprechend, in vier edlen Frauengestalten, deren Teint und I-Iaarfarbe die 
klimatischen Unterschiede spiegelt, den Geist des Freimaurertums in seiner 
ganzen Tragweite über die bewohnte Erde. Die Figuren stehen auf gewellten 
Linien, welche den Rand der Kuppel rahmenförmig umziehen und, wie 
schon in der alten ägyptischen Zeichensprache, den Fluss des Lebens vor- 
stellen. Die weiss gekleideten Gestalten sind mit Schildern versehen, auf 

	        

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