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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 8 und 9)

nächsten Felder zeigen einen Ziegenhirten 
und weidende Ziegen; dann wieder eine 
Serie von Schütze, Hund und flatternden 
Wildenten. Die letzten fünf Kreise enthalten 
einen Hirten, Schafe, einen Hirsch, einen 
Speermann und ein Reh. Die Kreise sind 
durch parallele Streifen von stilisierten 
Wellen mit Fischen verbunden, darüber 
stilisierte Bäume und symmetrisch angeord- 
nete Fasanenpaare. An den Längswänden 
' sind kleinere Felder, welche in regelmässigen 
Abständen eine Anzahl von Vögeln mit 
farbenprächtigem Gefieder wiederholen, so 
dass die Dekoration des Raumes eine Art 
idealisierten Katalog der zum Verkauf 
gebotenen Nahrungsmittel bildet. 
Durch die stark betonte Quadratur der 
Glasurziegel ist das Wesen des Materials 
bestätigt und die eigentümliche, diesem 
Material eben angemessene Behandlungs- 
weise gerechtfertigt. Die Farbe tönt sich in 
Silberner Kerzenleuchter von W. j. Neatby dem Bildefkfanze VQn den tiefblaugfünen 
Tönen des Wassers nach oben bis ins reine 
Weiss ab, wie denn überhaupt der ganze Raum so licht als möglich gehalten 
ist. Die von oben einströmende Lichtmasse wird von den Wänden, dem Fuss- 
boden und den Marmortischen reflektiert, so dass die Schatten der tiefsten 
Winkel aufgelöst werden. Dabei ist so gut für Ventilation und Kühle gesorgt, 
dass der Raum in den heissesten Sommertagen ein angenehmer Aufenthalts- 
ort ist, ohne irgend welche Spur der sonst in derartigen Lokalen so widrigen 
Gerüche. Architektonisch sowie dekorativ ist diese Halle in Harrod's Stores 
ein Triumph originellen modernen Stiles und praktischer Anwendung 
gesunder Prinzipien. 
 
Der Freimaurersaal bei Frascati, die Everard'sche Druckerei und die 
keramische Halle bei Harrod sind bei aller Verschiedenheit die Arbeiten 
eines und desselben Künstlers. W. J. Neatby ist von wahrlich verblüffender 
Vielseitigkeit. Es gibt buchstäblich kaum einen Zweig künstlerischer Tätig- 
keit, in dem er sich nicht versucht hätte: Malerei, Bildhauerei, Töpferei, 
Metallarbeiten, Architektur, Möbel, Glasmalerei und Flachornarnentik. 
Und dabei hat er zu keiner Zeit seines Lebens irgend welchen künstlerischen 
Unterricht genossen! Was einem solchen am nächsten kam, war seine sechs- 
jährige Lehrzeit bei einem Architekten in der Provinz, die er als unreifer,
	        

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