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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 10)

Jäll 
in der amerikanischen Gebirgswelt 
zum Poetischesten und Reizvollsten 
gehören, was unsere derzeitige 
Kunst schafft, hatte auch schwer, 
vielleicht noch schwerer als Ranger 
unter der Ungunst der Verhältnisse 
zu leiden - und so hatten es alle 
Landschafter. Es fiel mir besonders 
auf, dass Coffin, dessen stark grüne 
Gefilde mich nie recht begeistern 
konnten, in Berlin günstig hervor- 
stach - weil er der harten Um- 
gebung gewachsen war. Es nimmt 
mich durchaus nicht wunder, dass 
ich in vielen Kritiken über die Ber- 
linerAusstellung las, die Amerikaner 
exzellierten besonders in Porträt- 
und Figurenbildem, denn diese sind 
eben doch durch Komposition, 
Zeichnung und den Hintergrund, 
den sie mitbringen, von dem Hinter- 
grund des Saales unabhängiger, 
als die Landschaft, und die Vor- 
züge der tiguralen Gemälde konnten 
daher weniger zu Schanden werden 
als die der Landschaften. Ausser- 
dem waren viele der ersteren im 
anstossenden rotgehaltenen Saale 
untergebracht. Wer Gelegenheit 
hat, sich des näheren mit amerika- 
nischer Kunst zu beschäftigen, wird 
aber kaum im Zweifel sein, dass 
deren Hauptstärke auf dem landschaftlichen Gebiete liegt. 
Ranger, sowie die meisten nun zu nennenden Maler zeichnen sich 
durch eine sehr kühne Technik aus, der Vordergrund ist meist nur suggeriert, 
wirkt aber sehr echt. Viele Effekte werden durch eine Art Deckfarben- 
lasierung erreicht. Ranger zeigt aber stets, dass die Zeichnung gründlich 
studiert ist, und erklärt auch, jeder müsse damit beginnen, dass er so aus- 
führlich arbeite, wie die Maler der niederländischen Stilleben. Natürlich 
liegt, wie seinerzeit beim Impressionismus, auch bei der Tonmalerei die 
Gefahr vor, dass die zeichnerischen und echt malerischen Qualitäten in 
einer Farbenspielerei untergehen und faktisch gibt es auch heutzutage schon 
manche, die dieser Gefahr unterliegen. Hier seien diejenigen hervorgehoben, 
die als vorbildlich gelten können. 
julian Maine, Die letzte ihrer Ar! (weisse Birke)
	        

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