MAK

Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 10)

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Die heilige Hekatombe 
Frau Arnanda Elrewster Sewell. 
 
Marinemaler, aber nicht nur der Ozean selbst fesselt ihn, sondern vor allem 
das, wie der Mensch sich ihm dienstbar gemacht hat: das heisst, die Welt 
der Fahrzeuge im Karnpfe mit den Elementen. Auf ganz eigentümlichem 
Wege ist Reynold Beal überhaupt dazu gekommen, Maler zu werden. 
Zuerst waren es die Fahrzeuge selbst, aber vom technischen, nicht vom 
malerischen Standpunkte aus, die ihn interessierten: er war Schiffsingenieur 
und schliesslich hat ihn die malerische Seite der Objekte, mit denen er sich 
zu beschäftigen hatte, mehr angezogen, als deren Konstruktion, obwohl er 
sich auch heute durch die grosse Exaktheit und Korrektheit der Fahrzeuge 
gegenüber manchen Künstlern, die es damit nicht so genau nehmen, aus- 
zeichnet. Aber dem Effekt der verschiedenartigen Segelschiffe auf den je 
nach der Tages- oder Nachtzeit so sehr in ihrer Farbenskala variierenden 
Fluten gilt jetzt natürlich sein Hauptaugenmerk. Die opalisierenden 
Tönungen gelingen ihm ganz besonders. Reynold Beal berechtigt zu 
bedeutenden Hoffnungen. Nicht minder begabt ist übrigens sein Bruder 
Gifford, der in der Landschaft sehr schön getönte Bilder von ziemlich hellen, 
gebrochenen und aber warmen Tönen, zum Beispiel die Vegetation auf den 
Hügeln der Küste, mit Vorliebe malt. 
Einer unserer originellsten Maler für See und Land, der auch einen 
höchst eigentümlichen Studiengang durchgemacht hat, ist F. de Haven. Er 
ist auf dem Lande bei Indiana aufgewachsen, und ohne jede Anregung ward 
in ihm die Liebe zur Malerei rege. Er lief viele Meilen, um einen Schilder- 
maler zu besuchen, der hie und da eine Landschaft verbrach. Er fing selbst 
an zu pinseln, aber in seiner Zeit und Umgebung schien die Malerei aus- 
sichtslos. Da er auch musikalisch war, brachte er es schliesslich zu einem 
Mitglied eines kleinen Theaterorchesters, dabei malte er zugleich und 
schliesslich arbeitete er sich im Jahre 1885 nach New-York; dort genoss er den
	        

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