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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 10)

Kandelaber, Biskuit und Bronze, zuletzt 
Hofburg Wien 
Georg Danninger; seit 1798 Meister, hat er 
schon 1807, wie ich im Kongresswerke nach- 
weisen konnte, so hohes Ansehen genossen, 
dass das fürstlich Schwarzenberg'sche Haus, 
welches so viele hervorragende Pariser Bronzen 
ankaufte, ihm den Auftrag erteilte, zwei grosse 
Kandelaber „mit der fliehenden Figur Viktoria" 
nach im Besitze des fürstlichen Hauses befind- 
lichen Originalen des Pariser Bronzisten 
Duterrne anzufertigen. Er erhielt hiefür 2920 fl., 
während Duterrne für sein Paar 4600 Fr. er- 
halten hatte. Neben ihm nennen die Genossen- 
schaftsregister an Bronzearbeitem und Gürtlern 
der ersten drei Dezennien des XIX. Jahr- 
hunderts zwei andere Danninger, wohl einen 
Bruder und Sohn des obigen, und die Meister 
Jaich, Kastelitz, Berkyo, Eule, Burghart, Mans- 
mann, Stauber, Fleisch, Kirchmeier, Wiese, 
Weiss, Gericke, Horn, Bechmann, Böhr, 
Funke. Viele von ihnen sind eingewandert aus 
Württemberg, Franken, Hannover, manche 
unter ihnen als Silberarbeiter, die sich in Wien 
dann dem kräftig sich entwickelnden Bronze- 
gewerbe zuwandten. Von ihnen allen aber ist 
der früher genannte Johann Georg Danninger 
der anerkannt erste Meister, er allein führt in 
der Zeit bis 1843 den Titel eines k. k. Hof- 
Bronzearbeiters; nur noch einer der Meister 
dieser Epoche erhielt den Hoftitel: Fr. Josef 
Jaich, aber nicht als Bronzearbeiter, sondern 
als Gürtler. 
Wir dürfen uns also wohl die Vermutung 
gestatten, dass die hier abgebildeten Bronzen, 
welche nicht französischen Ursprungs sind, von 
Danninger und Jaich stammen. Die auf Seite 
425, 426 links, 427, 42g oben, 431, 432 oben, 434, 
435, 436, 437 abgebildeten Objekte werden dem 
Ersteren zuzusprechen sein, die Gegenstände 
auf Seite 426 rechts, 428, 429 unten, 432 unten, 
433 können auch als Gürtlerarbeit genommen 
werden und die Möglichkeit, dass Jaich sie 
gefertigt hat, wäre nicht abzuweisen. Für Danninger spricht mehr als der 
Umstand, dass er als erster und einziger österreichischer I-Iof-Bronzist mit 
der Ausführung aller grösseren und edleren Aufgaben, welche der Hof des
	        

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