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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 12)

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veranschaulicht ist, im allgemeinen als recht anerkennenswert bezeichnet 
werden und als erfreulicher Beweis dafür gelten, dass die von der Unter- 
richtsverwaltung eingeführten neueren Methoden im Zeichen-, Mal- und 
Modellierunterrichte, welche die systematische Schulung zum eigenen 
Erfassen und Schaffen in sich begreifen, bis jetzt schon sehr gute Resultate 
zutage gefördert haben. Der Beifall, den die Ausstellung im Lande 
errungen hat, ist aber auch darauf zurückzuführen, dass die Veranstalter 
angesichts der eingangs erwähnten Befürchtungen bei Schaffung und 
Auswahl der zur Schau gebrachten Erzeugnisse mit 
weiser Mässigung zu Werke gegangen sind und 
allzukühne Konzeptionen vermieden haben, wodurch 
sie auch die Sympathien jener Kreise fanden, die 
mehr oder minder Anhänger der älteren Traditionen 
auf kunstgewerblichem Gebiete sind. 
Die erste Stelle gebührt zweifellos den Arbeiten 
auf dem Gebiete der Plastik, die in grosser Zahl und 
in vorzüglicher Qualität vorhanden waren und Zeugnis 
für das angeborne Geschick der Kärntner für plastische 
Kunst ablegten; einzelne Leistungen bekunden un- 
gewöhnliche Veranlagung und berechtigen zu schönen 
Hoffnungen. Sehr gefällig und wirkungsvoll präsen- 
tierten sich die Interieurs, die mit bemerkenswertem 
Geschmacke und trefflicher Beherrschung des Mate- 
riales konzipiert sind; speziell hervorzuheben ist ein 
Intarsia-Fries (Im Paradies), sowie ein Kamin aus 
Kunststein. Eine Reihe überraschend guter Arbeiten 
fand sich auch unter den ausgestellt gewesenen 
Zeichnungen und Malereien; auch hier lagen zahlreiche 
Talentproben vor, die alle Anerkennung verdienen. 
Zu erwähnen sind ferner hübsche ]uwelier-, 
Hafner- und Korbfiechtarbeiten, die in Anlage und 
Durchführung sehr befriedigten; dann ist noch beson- 
ders zu betonen, dass jene Kärntner Gewerbetreiben- 
den, welche die Ausführung von Entwürfen der Ver- 
anstalter der Ausstellung übernahmen, ihre gewiss 
nicht leichte Aufgabe mit Glück und Geschick gelöst 
haben. 
Zum Schlusse sei noch bemerkt, dass die Mehr- 
zahl der Aussteller aus den gewerblichen Lehranstalten 
des Landes Kärnten, insbesondere aus der Fachschule 
in Villach hervorgegangen ist, und dass dieselben ihre 
künstlerischeWeiterbildung teils an der Kunstgewerbe- 
Kunstgewerbliche Ausstellung 
Klagenfurt 1903, Beleuchtungs- 
körper von F. Gomik 
schule des österreichischen Museums, teils an der Akademie der bildenden 
Künste in Wien gefunden haben, beziehungsweise noch finden.
	        

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