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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 12)

namhaften Kraft der Ab- 
straktion und Synthese. Da- 
bei aber darf das malerische 
Moment nicht leiden, die 
Sache muss vor allem 
Farbenschauspiel bleiben. 
Böcklin hat in dieser Rich- 
tung ja die Bahn gebrochen. 
Neben Graf macht sich 
immer mehr Hans Ranzoni 
geltend, dessen mehr oder 
weniger stilisierte Land- 
schaften (Buchweizenfeld, 
Krautfeld mit rotem Mohn 
u. s. w.) in Linie-und Farbe 
modernen Geist atmen. Ger- 
mela, Ameseder, Kaspari- 
des, Suppantschitsch, Luntz 
(eine besonders feine „Nacht 
im Dorfe") sind die anderen, 
wohlbekannten Männer der 
Richtung. Im Porträt be- 
gegnen wir Goltz, Luise 
Fraenkel-Hahn, Leona Abel, 
Hampel mit einem anziehend 
altwienernden Selbstporträt. 
In der phantastischen Hi- 
storie befriedigt Hoffmann 
von Vestenhofs "Jehu" dies- 
mal namentlich koloristisch 
nicht; sein grosses Bild 
bleibt im Ton der Hand- 
zeichnungen stecken. Unter 
den Plastiken ist ein Weib- 
licher Akt in Marmor, von 
D33 
Tischzeug „Tulpen", nach dem Entwurfe von Alois Bohla in Deutsch- 
Liebau, ausgeführt von Norbert Langer 8: Söhne in Deutsch-Liebau 
Else v. Kalmar, wegen seiner energischen Anatomie bemerkenswert und Stundls 
angeblicher „junger Sizilianer" fällt auf, weil er den Kopf von Michelangelos David 
buchstäblich in billiger Volksausgabe darstellt. 
KLEINE NACHRICHTEN SC- 
ISCHZEUG von NORBERT LANGER a SÖHNE. Wir bringen in 
diesem Hefte drei Entwürfe für Leinendamaste, die bei einem von der Firma Norbert 
Langer ä Söhne in Deutsch-Liebau ausgeschriebenen Wettbewerbe mit Preisen ausge- 
zeichnet wurden. Die zum Wettbewerbe eingereichten Arbeiten waren im letzten Früh- 
jahre im Österreichischen Museum vereinigt, wo auch das Preisgericht zusammentrat. 
Vor wenigen Jahren mussten wir noch gelegentlich einer Reihe verschiedenartiger 
Wettbewerbe, die mit den Mitteln des Hoftiteltaxenfonds veranstaltet wurden, mit 
Bedauern feststellen, dass die Arbeiten für Leinendamaste zu den wenigst gelungenen 
gehörten, ja geradezu unzulänglich waren. 
Eine bessere Arbeit, die auch von der genannten Firma und nach einem Entwurfe 
eines gleichfalls diesmal siegreichen Künstlers ausgeführt wurden, konnten wir dann auf 
70'
	        

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