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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 1)

Gefühlsmoment ist es nicht 
allein, das uns zur Erneue- 
rung des Biedermeierstils 
drängt, mit Sentiment allein 
baut man kein Möbel. Es 
ist die schlichte, konstruktiv 
klare, den Zweck betonende 
Kunstweise, die uns diese 
Möbel und die ganze Raum- 
gestaltung ihrer Zeit so sym- 
pathisch und wohnbehaglich 
macht. Hier nur kopierend 
sich zu betätigen, kann frei- 
lich nicht unsere Aufgabe 
und unser Ziel sein. Es gilt 
anzuknüpfen an diesen Stil 
und ihn den geänderten und 
inhaltsreicher gewordenen 
Bedürfnissen unserer Tage 
entsprechend schöpferisch 
auszugestalten. 
Schlichte und dabei 
vornehme Eleganz ist es, 
welche dem I-Ierrenzimmer 
des technologischen Ge- 
werbemuseums innewohnt 
und diesem Interieur wohl 
ungeteilte Anerkennung ein- 
getragen hat. Der EDiIWIJTf Schrank, entworfen von Franz Tratnik, ausgeführt in der 
ist von Professor Hammel, k. k. Fachschule in Bergreichenstein 
die Arbeit von den Schülern 
der Meisterschule des Gewerbemuseums. Eine hohe Wandverkleidung, 
wie die Möbel aus Mahagoni, umgibt den Raum, in einer Nische steht 
ein mächtiger, vielleicht zu mächtiger, von Hardtmuth beigestellter Kamin 
von kräftigen Formen. Die Möbel sind bequem, behaglich, von hübscher 
Gediegenheit, die Ausführung tadellos, trefflich die Abschrägung der Ecken 
und Kanten des Fauteuils. Einen praktischeren Schreibtisch kann man sich 
nicht wünschen; dass er keine der üblichen Laden hat, die sich gegen 
den Sitzenden öffnet, ist sehr vernünftig, höchst sinnig der einheitliche 
Klappenverschluss der beiderseitigen Ladenreihen, auch dass man behag- 
lich mit übergeschlagenem Beine am Schreibtisch sitzen kann, ohne 
dass die Oberplatte auf das Knie drückt, nur zu loben. Zugempl-indliche 
würden allerdings einen dichten rückwärtigen Abschluss der Öffnung 
wünschen und die an den Seitenwänden vorgestellten breiten Stäbe,
	        

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