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Inhaltsverzeichnis: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 164)

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Der erste Teil dieses Aufsatzes, die Möbel betreffend, wurde in 
Heft 1541155 derselben Zeitschrift veröffentlicht, Fotos zu dem 
Artikel Glas im Heft 156 publiziert 
wie sie aus dem Material erklärlich ist, jedoch weisen 
die Werke zusätzlich neuen und originellen Reiz auf, wie 
er allen Arbeiten der Hafnerkeramik eigen ist und ihre 
große Wertschätzung erklärt. Eine weitere Kopie nach 
einem Kreussener Werk stellt ein Humpen (inv. Nr. 
K 370) im OÖ. Landesmuseum dar. Es handelt sich um 
eine blau glasierte Arbeit mit Fteliefauflagen und einge- 
kerbten Verzierungen. Unter dem Henkelansatz befindet 
sich ein Cherub zwischen Spiralenornamenten. Ein Krug 
(lnv. Nr. K 681) im OÖ. Landesmuseum ist grün glasiert 
und zeigt ebenfalls Relieiauflagen in der Art der Kreus- 
sener Krüge. Kopien nach Westerwalder Krügen mit 
Nuppendekor finden sich ebenfalls. Ein einfarbig blau 
glasierter Krug (lnv. Nr. K 400) befindet sich im OÖ. Lan- 
desmuseum, ein Krug, bei dem die Nuppen hell bemalt 
sind, im Museum Kreuzenstein5. Rheineking-von Bock 
setzt zwar diese Kugelkrüge ziemlich spät. um 1700 an, 
jedoch scheinen sie auch früher vorgekommen zu sein. 
in Deutschland wurden auch Fayencekopien des rheini- 
schen Steinzeugs angefertigt. wie ein Krug (lnv. Nr. Go 
365) des 17. Jahrhunderts im OÖ. Landesmuseum be 
weist. 
Ein schöner, bunt glasierter Krug (inv. Nr. K 378) des 
OÖ. Landesmuseums imitiert die Westerwälder Krüge 
des 1. Drittels des 17. Jahrhunderts in der Tradition von 
Siegburg und Raerens. Ein Westerwälder Kugelbauch- 
krüglein imitiert ein dunkelblau und weiß gefärbter Krug 
(lnv. Nr. K 380) im OÖ. Landesmuseum. Ein zylindrischer 
Humpen (inv. Nr. K 411) im OÖ. Landesmuseum ist mit 
Groteskenwerk, Maskarons und Ftollwerk verziert und 
grün glasiert. Er stellt eine Kopie einer Siegburger 
Schnelle dar7. Die Nachahmung eines Siegburger Kru- 
ges befindet sich auf Burg Kreuzeneteinß. 
im Gegensatz zu der Hafnerkeramik des 16. Jahrhun- 
derts. die sich durch besonders brillante, leuchtende 
Farben auszeichnet, ist die Hafnerkeramik der 1. Hälfte 
des 17. Jahrhunderts durch eine stärkere Monochromie 
gekennzeichnet und verliert dadurch viel von ihrem Reiz. 
Vielleicht ist es die Konkurrenz des Steinzeugs, die die- 
se Wandlung bewirkt hat. 
Glas 
Der erste, der Oberösterreich in Zusammenhang mit 
einer eigenen Glasproduktion brachte, war wieder Alfred 
Waicher von Moithein9. Es gelang ihm festzustellen, 
daß bemaltes bäuerliches Glas in Oberösterreich in ver- 
schiedenen Giashütten erzeugt worden war. Erst kürz- 
lich konnte Franz Carl Lipp dem Problem etwas ausführ- 
licher nachgehen"). Es handelt sich bei dem offensicht- 
lich in Oberösterreich hergestellten Glas um eher volks- 
tümliche Ausführungen. Bezüglich des Giases außer- 
halb dieses Bereichs dürfte man wohl mit der Annahme 
nicht fehlgehen, daß es sich um Importe handelt. Die 
bürgerliche und adelige Auftraggeberschicht war durch- 
aus in der Lage, Glas von sämtlichen Zentren der Glas- 
kunst zu erwerben oder in Auftrag zu geben. Der beste 
Beweis dafür ist der Fund von Schwanenstadt, in dem 
drei hervorragende venezianische Gläser der 1. Halfte 
des 17. Jahrhunderts enthalten sind". Diese veneziani- 
schen Glaser bester Qualität - vor allem das kumen- 
hafte Milleflorischaichen mit den Figuraihenkeln ist ei- 
ne Zimelie - sind ein Beweis dafür, daß bürgerliche 
Kreise in der Lage waren, sich beste internationale Qua- 
lität zu verschaffen. Damit wird dann das Argument der 
Herkunft fragwürdig, das heißt es genügt noch nicht, 
daß ein Objekt aus Oberösterreich stammt, um auch 
Anmerkungen 1-11 
' Alfred Waicher von Molthein, Bunte Hafnerkeramik der Renais- 
sence in den Ländern üsterreich 0b der Enns und Salzburg , .. 
Wien 1906. 
Glsela FlhBrrlElting-VOR Bock. Steinleug. xunstgewerneiriuseiim 
der Stadt Köln, Köln 197i. 
Brigitte Heinzl. Die Keramiksammlung in der kunsthistorischen Atr 
teilung des OÖ. Landesmuseums, irr Jahrbuch des OO. Museaiver- 
eins 56.117, 1972. S, 237, 
' Walcher Abb. 80. 
5 Walcher Abb. St. Ob die ehemals auf Burg Kreuzenstein befindli- 
chen Ohiekte noch dort vorhanden sind. konnte von dergräfl Wilc- 
ZBKSCYIQD Güterdirektion nicht in Erfahrung gebracht werden. 
ß Welcher T. XII. 
1 Welcher Abb 62. 
' WalcherT xll. 
' Alfred Welcher vcn Mdliiieiri, de. Hchlglas mit Emaiifarbenbema- 
lurig. m: Werke der Vdlkskunst il. Heft 1 und 2. 
"' FrBHZCSII Lipp.OberösterreichiachesGlas.Ausstellung Linli97i, 
iri; Kataloge des Oberöstsrreichiscrien Landesmuseums 73. 
l-lerimiriri Ubeil. Der Fund von seliwariei-istddx, iri Werke der 
VOIKSKUIISI, Band l. Heft ili, Abb r. 20.
	        

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