MAK

Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 1)

Behang in Applikationsstickerei, entworfen von Marie Münster, ausgeführt von 
Friederike Dollrnayr 
führt aus, dass der Empirestil nicht, wie man so häufig annimmt, ausserhalb der natür- 
lichen Entwicklung steht und ein Produkt verstandesmässiger Erwägungen und eines auf 
archäologischen Kenntnissen beruhenden Wissens von der Kunst ist, sondern dass er ein 
Resultat eines mit der Wiederaufnahme der Antike in der Renaissance beginnenden und 
stets fortschreitenden Prozesses ist, der dazu führt, dass sogar die Kleidung wenigstens 
bei den Frauen in der Empirezeit der Antike nachgeahmt wird. Am deutlichsten wird 
dieser Vorgang in England, wo das Rokoko, die einzige Unterbrechung in der fort- 
schreitenden Entwicklung, niemals festen Fuss fassen konnte. Im Folgenden erinnert der 
Verfasser, wie die architektonischen Gesetze der Symmetrie es sind, denen man nicht nur 
im Fassadenbau, sondern auch in der Innenarchitektur seit der Renaissancezeit nachstrebt 
und die symmetrische Anordnung der Inneneinrichtung im Empirestile die vollendetste 
Ausbildung erfährt. Er geht dann auf die Besprechung der Raumausgestaltung über und 
behandelt die einzelnen Teile des Raumes, die Wandflächen, die aus tragenden Gliedern, 
Säulen oder Pilastern und Füllungsflächen, die häufig textilen Charakter haben, bestehen, 
das Gebälk, das oft durch bemalte Friese charakterisiert ist, die Decke, die, stets in hellen
	        
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