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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 1)

namentlich die seines 
Generals, verkürzten 
ihm die Zeit, die er 
ferne vom Atelier ver- 
brachte. 
Nachdem er seinem 
Berufe wieder zurück- 
gegeben war, brachte 
die Ausstellung der von 
ihmgegründetenSociete 
des Amis des Arts de la 
Cöte d'Or einen „Heil. 
Johannes als Kind im 
Gebete", dessen Vor- 
züge ein Publikum, das 
an Virtuosität und Em- 
phase gewöhnt war, 
nicht begriff. Der Künst- 
ler hatte dieses Werk 
in Marmor, direkt nach 
dem Modell gearbeitet, 
da er befürchtete, dass 
die vermittelnde Hand 
des Praktikers seine 
Intentionen zerstören 
könnte. Im Salon vom 
Jahre x88I abermals V jea, Porträt des ihauers jean Dampt 
ausgestellt, erhielt die 
Statue eine Medaille erster Klasse und wurde vom Staate angekauft - ein 
nicht mehr als gerechter Sieg, der gleichwohl nicht wenig Eifersucht in der 
Sippe jener Künstler wachrief, denen grosse Dimensionen und übertriebene 
Geberden mehr gelten als Wahrheit und Ehrlichkeit. 
Nebenher hatte Dampt auch für die Fassade des neuen Hötel de Ville 
in Paris eine Statue des Ebenisten Boulle ausgeführt, die sich ebenfalls durch 
Schlichtheit der Auffassung auszeichnete: der Meister ist in seiner Arbeits- 
schürze und mit aufgekrempten Hemdärmeln dargestellt. Der glückliche Aus- 
gezeichnete reiste nach Italien. In Neapel, wo er sich festsetzte, führte er eine 
überlebensgrosse „Mign0n" in Marmor aus, deren Absendung an den Salon 
sich durch eine Krankheit des Künstlers verzögerte. Um einige Tage zu spät 
angekommen, wurde sie ohne Barmherzigkeit zurückgewiesen und konnte 
erst im Salon von 1884 Hgurieren. Sie brachte übrigens ihrem Schöpfer ein 
Reisestipendium ein und wurde für das Museum des Luxembourg angekauft": 
f Dort ist sie jedoch wegen Mangel an Platz nicht aufgestellt und wartet in den Gängen des Depots auf 
den stets angestrebten Neubau eines grösseren Museums.
	        

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