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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

 
Erinnerungsgabe der Abtei Ven- 
döme, mit der Reiterflgur Geoffroy 
Martels, S. D. F. 
Handel zwischen der Türkei und den österreichi- 
schen Ländern, hauptsächlich Steiermark, ver- 
mittelte Ungarn und Steiermark ist heute der 
ergiebigste Fundort derartiger Zinnarbeiten. 
Von deutschen künstlerischen Arbeiten sind 
noch zu nennen: Zwei kleine, 15g] datierte Löffel 
mit der Marke des Formschneiders (Vereinigtes 
A und B an einem Merkurstab), einer Marke, 
welche uns auf niederrheinischen Steinzeugkrügen 
aus dem Ende des XVI. Jahrhunderts wieder- 
kehrt und unzweifelhaft ein und demselben 
Künstler angehört. Der Stiel des Löffels läuft in 
einer, ein Wappenschild mit eben besprochener 
Marke tragenden Figur aus. Andere Löffel der 
S. D. F. endigen in einem Blattkelch und sind 
wohl schlesisches Erzeugnis. 
Recht zahlreich sind in derselben Sammlung 
Nürnberger Puppenteller vorhanden, von denen 
einige dem Meister Enderlein zugeschrieben 
werden können. Bezug auf solches Kinderspielzeug hat eine Verordnung 
vom Jahre 1570, in welcher im Streite zwischen Kannengiessern und 
Geschmeidemachern in Nürnberg zu Gunsten der letzteren entschieden 
wird: „Die Geschmeidmacher dürfen nur Kindswerkh und Tockhenwerkh 
(Puppen- und Spielzeug) machen, aber die Zinngiesser das, was man zum 
Haushalt braucht, Salzschüssel, Teller, Salzfässel, Flaschen und Kannen." 
Die S. D. F. bietet auch 
in französischen Arbeiten 
eine Fülle des Interessanten. 
In erster Linie sind hier 
Plombs histories zu nennen, 
mit welchem Begriff der 
Franzose eine ganze Reihe 
von kleinen Gegenständen 
aus reinem Zinn, reinem 
Blei oder aus einer Kom- 
position beider Metalle be- 
zeichnet. 
Es waren dies Ge- 
dächtnismünzen, Abzeichen, 
um sich als einer politi- 
schen Partei angehörend 
kenntlich zu machen, Mün- 
zen für Arme (Mereaux 
des pauvres), welche bei 
 
Regensburger Teller, 1554, S. D. F.
	        

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