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Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

umschlossene Öffnung auf dem 
Dache ermöglichte dem Vogel- 
freunde das Nachfüllen des Futters, 
ohne den Napf vom Käfig abnehmen 
zu müssen. 
Französischen Ursprungs ist 
wohl weiters in der S. D. F. ein 
Hostienbehälter mit den Stand- 
figuren der zwölf Apostel im 
flachen Relief. An Stelle des auf 
dem Deckel aufsitzenden Hundes, 
welcher spätere Zutat ist, wird 
ein kleines Kreuz gestanden sein. 
Das Klostersalzfass derselben 
Sammlung ist als ältere Kopie nach 
jenem Exemplar, welches Viollet 
beschreibt, anzusehen. Nach ihr 
kann man jedoch merkwürdiger- 
weise den Text des Originales bei 
Viollet richtigstellen. Wir lesen die 
Umschrift auf der Innenseite des 
Deckels: „Cum sis in mensa - 
primo de paupere pensa"; dagegen 
 
Giessgefäss, nordwestliche: Deutschland, XVII. jahr- 
hundert. S. E. W. 
Viollet bei seinem Exemplar: „Cum sis in pensa" etc. Weiters heisst es 
aussen: „Bostetus me fecit" und nicht, wie bei Viollet „Bosetus". 
 
Hostienbehälter, XVJahi-hunden, 
S. D. F. 
Von weiteren französischen Arbeiten 
sind noch zu erwähnen: ein Taufbecken 
der S. E. W. aus der Zeit um 1350 
und ein kleiner, mit Zinnplatten belegter 
Koffer der S. D. F. Ferner aus der- 
selben Kollektion ein Hausaltar mit der 
thronenden Maria unter einem aus 
Lorbeerranken gebildeten Baldachin und 
mit zwei Standüguren in den seitlichen 
Nischen. Dieses Stück gehört einer späteren 
Zeit an, als die Tracht der Dargestellten 
vermuten lässt und erscheint als Arbeit 
eines französischen Zinngiessers des XVI. 
Jahrhunderts, welcher sie vielleicht einem 
jungen Paar als Hochzeitsgabe zugedacht 
hat. Wenn auch nicht künstlerisch, er- 
scheint sie doch wegen des seltenen Vor- 
kommens ähnlicher Arbeiten bemerkens- 
Wert.
	        
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